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E.T. gibt nicht auf

Ein Besuch bei der UFO-Meldestelle

31.03.2011, 16:26, Text: linus volkmann, Felix Scharlau, Foto: Linus Volkmann; Felix Scharlau

Werner Walter, Chef der Organisation CENAP, betreibt seit 35 Jahren eine UFO-Hotline in Mannheim. In dieser Zeit machte er zusammen mit seinen Kollegen mehrere Tausend UFOs zu IFOs - zu identifizierten Flugobjekten.

»Jupiter war im alten Rom der Gott des lichten Himmels. Für uns heute ist er der hellste Planet unseres Sonnensystems. Auf seiner elliptischen Bahn benötigt er für eine Umrundung der Sonne fast zwölf Erdenjahre.«

Es ist nicht irgendeine Stimme, die an diesem Mittwochabend zu uns spricht. Der Erzähler im 180-Grad-Kino des Planetariums Mannheim, der 90 Minuten über das All und seine Planeten referiert, ist die deutsche Stimme von Harrison Ford. Und damit natürlich kein Geringerer als Han Solo - der Kapitän des rasenden Falken. Überhaupt: Schon der Vorführ-Raum sieht aus wie das Cockpit jenes legendären Sternenschiffs.

Verchromt, futuristisch, irgendwie aufregend.

Mittlerweile haben sich Stimme und Geschichte eingegroovt. Es geht um die Verdienste der Raumfahrt - und sofort sieht alles nach Retro aus. Schluss mit Zukunft. Kein Wunder, war der größte Coup von Menschen in Raketen letztlich immer noch die Mondlandung. Und die liegt über 40 Jahre zurück. Danach kamen nur noch B-Seiten und Katastrophen. Entsprechend tapfer versucht Han Solo das Auslaufmodell Weltall ins Jetzt zu reden. Es klappt nicht wirklich. Außer uns will die Beteuerungen ohnehin kaum jemand hören: Das Planetarium auf einer riesigen Verkehrsinsel in einer Ausfallstraße Mannheims ist spärlich besucht. Ein Paar Dutzend Interessierte verteilen sich auf die 280 Plätze unter der 20 Meter großen Projektionskuppel. Hauptsächlich Rentner. Aber ... war die Mondlandung nicht ohnehin ein Schwindel?

»Der Astronaut Buzz Aldrin hat einmal das einzig Richtige gemacht, als ihm einer blöd kam und behauptete, er sei doch gar nicht auf dem Mond gewesen. Er hat dem Typen einfach in John-Wayne-Manier eins auf die Schnauze gehauen.«

So markig wird am nächsten Tag der UFO-Forscher Werner Walter, mit dem wir verabredet sind, den vermeintlichen Mondlandungsbetrug zusammenfassen. Doch davon ahnen wir zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Vielmehr sind wir misstrauisch: UFOs und eine seit 35 Jahren betriebene UFO-Meldestelle mitten in Mannheim? Sie sind längst unter uns? Ja, ja. Und warum kennt man die Untertassen dann trotzdem nur von verwackelten Schwarz-Weiß-Bildern, die eher auf die Steinzeit von Photoshop als auf außerirdischen Betrieb über unseren Dächern verweisen?

Wir verlassen das Planetarium, gehen hinaus in die dunkle Nacht. Hinterm Planetarium schlagen wir uns auf eine abgelegene Wiese mit ein paar Bäumen durch. Per mitgebrachter Kamera, Alufolie, einem Frisbee, einer CD und mehreren Leucht-LEDs stellen wir bei Eiseskälte Fotos nach, die von einer Invasion aus dem All künden sollen. Immerhin verlangt es unsere gute Erziehung, beim Besuch einer UFO-Meldestelle auch was zum Melden mitzubringen. Nach 30 Minuten ist alles im Kasten.

Sci-Fi in Ba-Wü

Donnerstagmorgen. Die Mannheimer UFO-Meldestelle befindet sich nicht gerade zentral, wie wir feststellen müssen. Wir fahren raus nach Mannheim-Vogelstang, ein in den 60ern entstandener Stadtteil, gebaut, als dringend Wohnraum benötigt wurde. Eine am Reißbrett entstandene Siedlung von Hochhäusern und Bungalows, das Brasilia Mannheims. Irgendwann finden wir die notierte Adresse und klingeln. Werner Walter öffnet.

Fortsetzung auf der nächsten Seite...


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aus Intro #191 (April 2011)
 
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