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Was wurde aus Leila K.?

Eurodance-Spezial: Verzweifelt gesucht...

24.11.2010, 12:40, Text: Felix Scharlau, linus volkmann

Der kapitalistisch getriebene Dancefloor war ein hartes Parkett. Nach dem Casting-Prinzip der frühen Boygroups bauten sich viele Produzenten unmündige »Acts« zusammen, die oft nur marginal finanziell beteiligt wurden. Umso härter war für viele einst gefeierte Stars der Weg zurück in die Normalität. Über einen tragischen Eurodance-Härtefall.

Was war? »Ich war ein großer Fan von Leila K.«, ließ Lady Gaga jüngst in einem Interview verlauten.

Das traf in den 1990ern auch auf Millionen andere Teenager zu. Der Grund: In der formelhaften, entmenschlichten Inszenierungswelt Eurodance war Leila K. - die selbstbewusste Schwedin mit gebürtigem Namen Leila El Khalifi - eine große Ausnahme. Die erfolgreichste Musikerin Europas des Jahres 1993 hatte nicht nur tolle Tracks, sie war rebellisch und laut. Kurz: wider dem Geiste von Dancefloor zutiefst authentisch. In den 90ern erschuf sich Leila K. neben einer unfassbaren Karriere (die ihr allerdings kaum Geld einbrachte, sie war Mitte der 90er bereits verschuldet) auch etliche Feinde. Vor Kurzem erschien die in den 90ern gedrehte Doku mit dem bezeichnenden Titel »Fuck You. Fuck You Very Much« erstmals auf DVD. Im Film lebt Leila K. öffentliche Fehden mit Branchenkollegen und der schwedischen Boulevardzeitung Aftonbladet aus.

Die größten Hits? »Got To Get« (mit Rob'n'Raz), »Open Sesame«, »Hello Africa« (mit Dr. Alban), »Ça Plane Pour Moi«.

Was ist? Dunkelheit. Mediengerüchte, wonach sie verstorben sei, wurden Mitte des letzten Jahrzehnts schnell widerrufen. Die letzte zuverlässig recherchierbare Info stammt aus dem Jahr 2007, als Leila K. im Rahmen einer Stockholmer Buchpräsentation ein kurzes Bühnencomeback gab und zwei Tage später von einem Auto angefahren wurde. Schon seit 2003 soll sie dem Vernehmen nach als Obdachlose in Stockholm leben, zwischenzeitlich war sie für drei Monate im Gefängnis und auf Entzug. 

Dieser Artikel ist Teil des Intro-Spezials Eurodance: Wie aus Scheiße Gold wurde. Mehr unter www.intro.de/spezial/eurodance.

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aus Intro #188 (Dez 2010/Jan 2011)
 
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