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Die besten Platten des Jahrzehnts

Revisited: Arcade Fire - "Funeral"

14.01.2010, 12:53, Text: Christian Steinbrink
[6 Kommentare]

Das waren die Nuller: Wir blicken zurück auf die großen Momente und noch größere Alben, die uns auch heute noch begleiten. Jeweils mit der Original-Intro-Review von anno dunnemal. Heute mit Arcade Fire - "Funeral". Die besten Platten des Jahrzehnts wurden im Rahmen des Intro-Jahrzehntpolls von den Intro-Usern gewählt.

Was wurde da nicht für ein Zauber um Arcade Fire in den einschlägigen US-amerikanischen Indie-Foren veranstaltet! Zwar eine Nummer kleiner als bei der allmonatlichen Suche nach den nächsten amerikanischen Strokes oder britischen Franz Ferdinands, aber doch hielten sich die Szene-Lobpreisungen um das auf dem geschmackvollen Merge-Label veröffentlichte Debüt hartnäckig.


Nach einigen Monaten des Buhlens um die Lizenzierungsrechte für Europa hat sich nun wieder mal Rough Trade durchgesetzt und wirft das Album hierzulande ein knappes Jahr nach dem US-Release auf den Markt. Bei oberflächlicher Betrachtung des Rummels um Arcade Fire in den letzten Monaten konnte man den Eindruck bekommen, es handele sich um eine New Yorker Band, die eine in Nuancen andere Spielart von Disco-Punk hinbekommen hat.



Aber weit gefehlt, diese vier Leute kommen aus Montreal und haben eine unerhört feine Indie-Platte hinbekommen, die wirklich allen vollmundigen Ankündigungen gerecht wird. Zwar dockt hier wenig an die aktuellen musikalischen Moden an, allein die Vielfalt der Songs auf diesem Debüt verdient an sich schon das Prädikat "zeitlos".


Vieles wirkt hier spielerisch, wie aus dem Ärmel geschüttelt, aber gerade deshalb wie von außergewöhnlichem Talent gesegnet. "Funeral" ist ein Album, dessen Arrangements und Songstrukturen ähnlich outstandig wirken wie die auf der bemerkenswerten Broken-Social-Scene-Platte, dabei aber nie elegisch sind, sondern immer fluffig und leicht. Es ist zwar nicht so hypnotisierend wie die Bloc-Party-Platte, vermag den Hörer aber unglaublich angenehm aus der zehrenden Umklammerung von Moden und der ständigen Suche nach dem neuen Hype zu lösen und ihn dorthin zurückzuführen, wo irgendwann mal alles angefangen hat: zur puren Begeisterung für tolle Musik. Eine sehr entspannende Wirkung, hat man viel zu selten.

Intro-Jahrzehntpoll, Platz 9:
Arcade Fire - "Funeral"
[Sanctuary / Rough Trade / VÖ 14.03.2005]

Die besten Platten des Jahrzehnts wurden im Rahmen des Intro-Jahrzehntpolls von den Intro-Usern gewählt. Die gesamte Top 100-Liste findet ihr hier.

Der große Intro-Jahrzehntrückblick: Das waren die Nuller.
.: www.intro.de/spezial/dienuller :.

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  • User: BlondeOnBlonde
  • BlondeOnBlonde 15.01.2010 | 17:11:09

    Hä? Versteh ich nicht. Was hat das denn mit Bloc Party zu tun?

    ich: eine meiner Lieblingsplatten.

  • User: Christian Steinbrink
  • Christian Steinbrink 15.01.2010 | 17:39:08
    Die guten Militanten
    Die erste Platte von Bloc Party und "Funeral" erschienen damals fast zeitgleich und waren beide beherrschende Themen, Bloc Party sogar Intro-Titel, wenn ich mich richtig erinnere. Deshalb die Erwähnung in der damaligen Rezension.

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