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Die besten Platten des Jahrzehnts

Revisited: The White Stripes - "Elephant"

16.12.2009, 10:42, Text: Jürgen Frost

Das waren die Nuller: Wir blicken zurück auf die großen Momente und noch größere Alben, die uns auch heute noch begleiten. Jeweils mit der Original-Intro-Review von anno dunnemal. Heute mit The White Stripes - "Elephant". Die besten Platten des Jahrzehnts wurden im Rahmen des Intro-Jahrzehntpolls von den Intro-Usern gewählt.

Wenn man wie ich einen 15-Millionen-Euro-Plattenspieler sein Eigen nennt, wird der Gang in den Plattenladen seit einiger Zeit zu einem sympathischen Hohn, da der unbedingte Wille zum cleanen und perfekten Sound schon längst nicht mehr das Maß aller Dinge ist.


Mittlerweile habe ich mich an Lo-Fi und Garagentrash gewöhnt, ja, habe sie sogar lieb gewonnen. Einfach unwiderstehlich, weiß ja jeder, die Yeah Yeah Yeahs, die Moldy Peaches oder eben The White Stripes. Und nun deren neue, "Elephant". Sie kommt daher als feistes Doppelvinyl mit einem Gewicht, aus dem man locker fünf Moldy-Peaches-Platten hätte pressen können. Das gefällt, das hat Gewicht.



Die Doppel-Garage fürs Wohnzimmer und zum Angeben. Jack und Meg White, die beiden sympathischen Detroiter mit Hang zu brachialer Rot-Weiß-Malerei, entdecken darauf die Ohren. Denn wie schon bei den drei Vorgänger-Alben wird die Instrumentierung auch diesmal noch etwas differenzierter und, nach White-Stripes-Maßstäben, richtig aufwändig. Gleich beim ersten Track "Seven Nation Army" gibt erstmals ein Bass den Ton an und sorgt für reichlich Tiefgang. Bei "Cold Cold Night" darf Meg singen und bekommt eine wunderbar schwül wabernde Orgel zur Seite. Sehr cool. Zum Abschluss gibt es dann ein Zuckerwatte-süßes Duett von Jack und Meg.

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Und dazwischen noch elf weitere prachtvolle Tracks in 1a-White-Stripes-Manier. Dabei bleiben sie weitgehend ihrem Rezept treu: eine Scheibe Dylan, ein Schuss Robert Johnson und noch etwas Robert Plant. Erweitert wird der musikalische Schmelztiegel diesmal durch Moody-Blues’eske Hintergrundchöre. Ach ja, und ein feines Burt-Bacharach-Cover ist auch noch dabei. Stilsicher.

Dominiert wird "Elephant" aber wie bereits gelernt von Jack Whites mal brüllenden, mal hintergründigen Gitarren, die schon, getragen von Megs Minimalperkussion, durch die ersten drei Alben echoten. Wie immer bei den Stripes fühlt man sich beim ersten Zuhören an irgendwas zart erinnert und beginnt in seiner inneren Plattensammlung zu kramen. Doch Meg und Jack zitieren so liebevoll und virtuos, dass einem der Umstand des Plagierens nie in den Sinn käme.

Intro-Jahrzehntpoll, Platz 26:
The White Stripes - "Elephant"
[Beggars Group / Zomba / VÖ: 31.03.2003 ]

Die besten Platten des Jahrzehnts wurden im Rahmen des Intro-Jahrzehntpolls von den Intro-Usern gewählt. Die Reviews zu den 50 besten Platten der Nuller findet ihr unter www.intro.de/spezial/plattendesjahrzehnts.

Die gesamte Top 100-Liste findet ihr hier.

Der große Intro-Jahrzehntrückblick: Das waren die Nuller.
.: www.intro.de/spezial/dienuller :.

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