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Das waren die Nuller: 2002

Die Internationalisierung des Pop - from Ghetto to: Preppy

21.11.2009, 16:02, Text: Intro

"Weltmusik" wird vom üblen Schimpfwort für Gemeinschaftstanzrituale der Birkenstockpartei zum Evangelium des Pop.

Mai 2002: Erwin Huber (CSU) wünscht sich mehr Chancen für deutsche Produktionen bei den Öffentlich-Rechtlichen. Während Jan Delay und Inga Humpe auch Jahre später noch Radioquoten für heimisches Kulturgut und ähnliche Pop-Schutzzölle fordern ("Musiker in eigener Sache"), mausert sich die Globalisierung vom No-Go-Territorium der No-Logo-Generation plötzlich zum exotischen Sehnsuchtsland.


"Weltmusik" wird vom üblen Schimpfwort für Gemeinschaftstanzrituale der Birkenstockpartei zum Evangelium des Pop. Zukunft und geil ist immer da, wo man selbst gerade nicht ist: Die Favelas in Rio werden zum Schauplatz des Sound-Karnevals der new global Hipster wie Diplo und Daniel Haaksman, die einen "Funk Mundial" ausrufen; die US-College-Jugend benennt Bands nach Hauptstädten in Nahost und findet ihr Heilsversprechen in Balkanbläsern (Beirut) oder im Afrobeat (Vampire Weekend); schließlich schmuggeln Leute wie Wladimir Kaminer oder Shantel Russen und Partisanen am Türsteher vorbei in die deutsche Disco. Die Welt liegt sich in den Armen! Und Madonna holt ihr neues Kind in Malawi ab.



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aus Intro #178 (Dezember 2009/Januar 2010)
 
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