Die besten Platten des Jahrzehnts
Revisited: Bloc Party - "A Weekend In The City"
20.11.2009, 12:56, Text:
Bernd Seidel
[21 Kommentare]
Das waren die Nuller: Wir blicken zurück auf die großen Momente und noch größere Alben, die uns auch heute noch begleiten. Jeweils mit der Original-Intro-Review von anno dunnemal. Heute mit Bloc Party - "A Weekend In The City". Die besten Platten des Jahrzehnts wurden im Rahmen des Intro-Jahrzehntpolls von den Intro-Usern gewählt.
Immer schwer, das Album nach dem Album zu machen. Und wenn das Album seinerzeit sogar ein Debüt war, erhöht sich der Druck noch mal. Denn wie sollte es auch anders sein, hat kaum jemand eine neue Band mit der ersten Platte so weit auf dem Schirm, dass man ihr gleich mal alles zutraut.
Das ist eben der Überraschungsmoment, von dem der Pop-Zirkus ja auch lebt. Und so kam es auch mit “Silent Alarm”, dem ersten Album der Bloc Party. Allerorts gute Kritiken, aber dass das eines der Alben der neuen britischen Zeitrechnung werden würde, stellte sich erst im Laufe der Monate nach VÖ heraus. Denn es entwickelte sich, faszinierte immer mehr Leute, erschloss sich Hörerschaften in immensem Ausmaß und grenzüberschreitend.
Beim zweiten Album haben das nun alle alle mitbekommen – und diesmal möchte jeder von Anfang an dabei sein. Der Druck auf das Nachfolge-Werk geht ordentlich hoch. Sänger Kele Okereke hat sich dieser Erwartungshaltung, das wurde in Interviews immer wieder deutlich, dabei ganz clever entzogen. Denn er tadelte sein Debüt, nicht gänzlich zufrieden sei er. Und habe einfach gute Lust gehabt, das nun mit dem zweiten Aufschlag besser und anders zu machen. Das Konsens-Meisterwerk 2005/2006 erfüllte den Betreiber nicht bloß mit Stolz, sondern mit dem Ehrgeiz, es zu verbessern? Zum Staunen. Und jetzt endlich auch zum Hören.
Schon auf den ersten Blick bemerkt man, dass die Ansprüche im Songwriting gestiegen sind, dass mehr ideengeschichtlich, mehr konzeptuell denn intuitiv gearbeitet wurde. “A Weekend In The City” spannt dabei einen erzählerischen Rahmen, der einiges hergibt: vom vernebelten Stolpern durch die “Inner City Lights” bis zu existenziellen Identitätsfragen einer Generation. Manchmal wollen die Songs musikalisch mehr, als sie vielleicht tragen können in Pop, laufen Gefahr, an den extrem hohen Ansprüchen der Protagonisten zu scheitern, doch immer auf eine äußerst sympathische Art. Denn, und das ist die große Leistung ihrer Abdrifts, wenn Bloc Party sich verlieren, dann nicht im selbstreferenziellen Kunstrock, sondern in einem spielfreudig ambitionierten Prosperieren über das Songformat hinaus. Ideen, Sensationen, Emotionen. Ganz vorneweg jedoch auf jeden Fall: Ideen.
Fotostrecke:Melt! 2009: Bloc Party, Phoenix und mehr!
Aber auch fürs konventionelle Hören fällt einiges ab: eine Zeile, eine Gesangslinie, eine Harmonie ... Und immer wieder reüssieren Bloc Party auf ganz hohem Niveau, wenn es ihnen gelingt, Eingängigkeit und Anspruch in einem Song zu vereinen. Solche Ambitionen sind Champions League, und dort muss man erst mal gut aussehen – sonst ist man wie zuletzt der HSV nur einfach dabei, bleibt einem nur der scheiß olympische Gedanke. Den zu bemühen, das hat diese Platte nicht nötig. Wahrlich nicht.
Intro-Jahrzehntpoll, Platz 43:
Bloc Party - "A Weekend In The City"
[V2 / Rough Trade / VÖ: 02.02.2007 ]
Die besten Platten des Jahrzehnts wurden im Rahmen des Intro-Jahrzehntpolls von den Intro-Usern gewählt. Die Reviews zu den 50 besten Platten der Nuller findet ihr unter www.intro.de/spezial/plattendesjahrzehnts.
Die gesamte Top 100-Liste findet ihr hier.
.: www.intro.de/spezial/dienuller :.
Fan werden? Anmelden oder einloggen!
Artikel kommentieren
Mehr Infos
Kommentare
Artikel kommentieren [21]- Mehr Forumsdiskussionen
ösel 22.11.2009 | 16:27:46
Polterkowski & Söhne
Und schon wieder daneben...
Reverend 22.11.2009 | 16:31:44
war immer aufrichtig
Mehr daneben geht fast nicht.
Leute, es wird peinlich.
rockotron 22.11.2009 | 16:49:15
lackaffe
trotzdem sei nochmal gesagt: so wie ich das verstehe ist das weniger die schuld der redaktion, das sind doch die ergebnisse des polls, oder?
ösel 22.11.2009 | 17:16:45
Polterkowski & Söhne
Wir reden hier aber von einem grandiosen 43. Platz im Poll.
Peter Flore 22.11.2009 | 18:10:06
Köstlich
Wie rockotron schon sagte: Das sind die Ergebnisse des User-Polls, der zwar anhand von vorgegebenen Alben zustande kam, nichtsdestotrotz aber eben das Ranking der Intro-User abbildet. Wobei ich hier den 43. Platz für eine grandiose Verfehlung halte.
Reverend 22.11.2009 | 18:11:31
war immer aufrichtig
Scheiß-Intro User. Armseliger, geschmackloser Haufen.
this_is_forever 22.11.2009 | 18:13:32
rumpeldipumpel
@reverend: (rotwerd) danke schön.
Albert_Brettermeier 22.11.2009 | 18:14:03
generation brettermeier
Auf Platz 1 landet eh wieder irgendein Schrott von Radiohead.
rockotron 22.11.2009 | 18:26:32
lackaffe
mja, aber für so indie-schlaffis sind radiohead grundlage für die behauptung, sie würden auch "experimentielle musik" hören.
ösel 22.11.2009 | 18:29:03
Polterkowski & Söhne
Platz 1 dürfte wohl eher für Trotteltonic reserviert sein.
this_is_forever 22.11.2009 | 18:29:08
rumpeldipumpel
it feels good to be an indieschlaffie.
yeah.
Reverend 22.11.2009 | 18:52:32
war immer aufrichtig
Ach, die einzelnen Platten sind doch einfach egal.
Es ist doch eher die Idee eines "Leser"/"User"-Polls, die nervt. Völlig sinnlos. Was soll man damit anfangen?
ösel 22.11.2009 | 18:56:04
Polterkowski & Söhne
Intro bestätigt sich damit quasi nochmal selbst, mit allen Hypes und Titelstories absolut Recht gehabt zu haben.
snorej 22.11.2009 | 19:43:57
... vorgegebenen Alben zustande kam
man kann ja auch einfach nix wählen
Raphael Schmidt 23.11.2009 | 09:10:15
man kann und muss ja auch generell gegen alles sein.. mein gott..
Vlad 23.11.2009 | 09:22:29
losing my edge
Ich gebe zu: ich hab' was über für diesen Listen-Scheiß. Immernoch - wenngleich die fortschreitende Trivialisierung der Gesellschaft und der damit einhergehende Kanonisierungs-Overkill es eigentlich ziemlich unerträglich macht.
Immerhin mutig, den Alben die ja nun nicht gerade zeitlosen Ergüsse von damals an die Seite zu stellen.
matmat 26.11.2009 | 18:33:19
Eine Platte, die dich durch Zeit und Ram führt.
Du schliesst die Tür deiner Wohnung und läufst die Straßen deiner Stadt entlang.
Dabei bekommst du viele Eindrücke, die dich später prägen werden.
Die Schöhnheit (Hässlichkeit) der Stadt, die Menschen, die Atmosphäre, die Natur, all das hat Einfluss auf dich.
Du verknüpfst diese Dinge mit Erinnerungen, Gefühlen und Begebenheiten.
Dabei fängst du bei Track 1 an und hörst bei Track 11 auf, ich denke nicht, dass du wirklich bei Track 11 aufhören wirst, du wirst zu Track eins übergehen und neues Entdecken.
So geht es dir bei jedem Durchlauf.
Eine Analyse jedes einzelnen Stückes wollt ihr nicht von mir hören und das ist verständlich :D
was ich nur sagen kann, die Band hat etwas gutes geschaffen.
Ob sie diesen Platz verdient, das sei nun so dahingestellt, denn darum geht es letztlich nicht. Sie existiert und geht durch so viele Ohren, das ist was zählt !
Social Network Login

Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
VERWANDTE ARTIKEL
- » Platten der Woche - Heute mit Damo...
- » Platten und Downloads der Woche...
- » Platten der Woche - Heute mit Die ...
- » Platten und Downloads der Woche...
- » Platten und Downloads der Woche...
- » Platten und Downloads der Woche...
- » Platten und Downloads der Woche...
- » Platten und Downloads der Woche...
- » Platten und Downloads der Woche...
- » Platten und Downloads der Woche...
MEIST GEKLICKT
- 01 Ein Abend mit Adam Yauch (MCA)...
- 02 THE CHANCE Nike Sportswear - Makin...
- 03 Platten der Woche - Heute mit Damo...
- 04 Platten der Woche - Heute mit Sant...
- 05 Die besten Gratisgames - Fotostrec...
- 06 Fest van Cleef - Tomte in Original...
- 07 Platten der Woche - Heute mit Rumm...
- 08 EM 2012 - Die Songs - Fußballgötte...
- 09 Rock am Ring - Nokia und Intro ver...
- 10 Beach House - »Bloom« im exklusive...
- ... mehr


