Die Wahrheit!
Rückblick: Die Woche in Politik und Gesellschaft
02.10.2009, 10:15, Text:
Boris Fust
[3 Kommentare]
Danke, Deutschland. Wie Westerwelle, Tokio Hotel und Monopoly das Land wieder auf Kurs bringen. Von Boris Fust.
Und jetzt tun alle so wieder so, als hätten sie von nichts gewusst. Dabei gab es starke Indizien, dass die FDP als Gewinner aus der Bundestagswahl hervorgehen würde. Denn man hatte mächtige Wahlhelfer: die Gebrüder Hassenfeld. Als "Hasbro Inc." vertreiben sie das ehrenwerte Gesellschaftsspiel Monopoly. Angelegentlich eines Markenemotionalisierungsbedürfnisses wandte man sich nun an die Werbeagentur. Und die verkaufte, was man halt heutzutage so verkauft: ein Google-Maps-Mash-up.
Und so liegt die Weltwirtschaft einmal mehr darnieder, weil die Menschen mit Virtualgeld Häuser kaufen. War das Brettspiel tatsächlich noch ein – wenn auch ereignisarmes – Spiel, so hat man es nun auf eine mäßig komplizierte BWL-Grundstudiumsaufgabe zurechtgestutzt: Berechnen Sie den optimalen Return on Invest mehrerer Einzelinvestitionen auf dem Immobilienmarkt. Untersuchen Sie ferner die Auswirkungen eines einfachen Grundsteuersystems!
Ersparen wir uns die Einzelheiten. Wer einen Taschenrechner oder einen Bierdeckel bedienen kann, kommt schnell zum Ergebnis: Das ist Sozialismus! Ab dem Besitz von nur 39 Straßen – viel zu wenig, wo es doch darum gehen sollte, die ganze Welt zu kaufen – wird aus Eigentum lästige Verpflichtung, der Steuersatz progrediert auf 100 Prozent. Erschwerend kommt hinzu, dass die Onlineunternehmer durch regulative Maßnahmen wie Serverüberlastung, unangekündigte Änderungen der Spielregeln und Cheater ausgebremst werden. Und schön sieht es auch nicht aus, wenn ganze Stadtteile mit haushohen Wolkenkratzern gentrifiziert werden, wie dieses Luftbild unserer Berliner Redaktion eindrucksvoll beweist. Kurz und gut: Im Internet ist eine lebhafte Graswurzelbewegung entstanden, die nicht müde wird zu fordern: Runter mit den Steuern! Unsere Leistung muss sich wieder lohnen!
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Intro 02.10.2009 | 10:15:00
Danke, Deutschland. Wie Westerwelle, Tokio Hotel und Monopoly das Land wieder auf Kurs bringen...
sideflick 02.10.2009 | 14:57:34
professional retard
Wie nötig eine starke liberale Partei ist, erkennt man, wenn man nach Irland schaut: Es gibt dort keine. Die wirtschaftlichen Folgen sind dramatisch. So lohnt sich die Arbeit von Leistungsträgern wie Bono Vox überhaupt nicht, die aktuelle "360°"-Tour ist unrentabel.
als ob das nun schlimm wär, wenn dieses seit 15 jahren nur noch mühsam aufgeblasene u2 dings in sich zusammensackt. dass es sich so überdimensioniert und ins untragbare mutiert hat, liegt ja an dieser absurd primitiv mterialisierten vorstellung von liberalismus.
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