Schlag den Jay-Z
Mit Intro bei Stefan Raab
23.09.2009, 11:32, Text:
Thomas Venker, Foto: Brainpool / ProSieben
[2 Kommentare]
Was erlauben Venker? Nunja, nichts außer einem zweitklassigen Wortspiel. Denn Jay-Z, der gerade das formidable "Blueprint 3"-Album vorgelegt hat, weilte gestern in Köln als Gast bei Stefan Raab. Am Rand des Smalltalks mit eben jenem griff ihn Intro für ein halbstündiges Gespräch für unsere Print-Dezembernummer ab. Hier schon mal ein kleiner Teaser.
Von wegen dann können wir ja "die Show mitnehmen". Zugucken ist nicht. Dafür wird man danach extrem freundlich am Eingang abgeholt - aber auch irritierenderweise informiert, dass man das Aufnahmegerät auszumachen habe, wenn der Stefan später reinschaut, um dem Jay-Z Tschüss zu sagen. Whatever. Immer zu Diensten.
Der, um den es eigentlich geht, ist super entspannt. Jay-Z flaggt relaxt in der Sofaecke, einen, hmm, bayrischen Hut auf dem Kopf, den er gerade in der Sendung geschenkt bekommen hat und der geradezu perfekt zu seiner Strickweste passt. Gut gelaunt ist er. Es gibt sie also doch noch die HipHoper, denen Promo Spaß macht. Und in der Tat redet er sehr gerne über das neue Album.
Wenn eines zwischen 2000 und 2010 aufällig war in diesem Genre, das die 90er so aufregend-lebendig wie im Sozialen kaputt geprägt hat mit einem nicht enden wollenden Fluss an Maßstäbe setzenden Platten und leider auch einem Strom des Blutvergießens, dann seine relative Stagnation: wenig neue Namen und leider auch viel zu wenig mitreißendes gab es zu vermelden. Das sieht auch Jay-Z so. Angesprochen auf seine Highlights der letzten Dekade holt er wie selbstverständlich aus und erzählt mit leuchtenden Augen von all den Produzenten und Alben, die in den 80ern und 90ern seinen Weg in HipHop geprägt haben, von Run DMC, Public Enemy, Gang Starr, P. Diddy, Notorious B.I.G., den Fugees und letztlich auch von sich - zum neuen Jahrzehnt fällt ihm aber zunächst wenig ein...
Während einige der genannten mehr schlecht als recht die Milleniumlinie überquert haben, hat sich Jay-Z mehr als souverän durch das Jahrzehnt performt – nicht ohne dabei die Superproduzentenriege um Timbaland und Neptunes genauso anzuzapfen wie seine Entdeckung Kanye West ("mein Jimi Hendrix"). 2001 und 2002 legte er seinen ersten beiden "Blueprint"-Alben vor, es folgten 2003 "The Black Album" und 2007 "American Gangster" – und dann war da noch "The Best Of Both Worlds" mit R. Kelly sowie seine Irrungen und Wirrungen mit Linkin Park ("Collision Course"), von seiner Tätigkeit als CEO von Def Jam, der eigenen Klamottenlinie Roc-A-Wear und nicht zuletzt der Traumhochzeit mit Beyonce Knowles mal ganz abgesehen. Ziemlich busy der Bub. Ach so, Obama hat er auch noch ziemlich tight finanziell unterstützt.
Die Superproduzentenriege hat auch das aktuelle Album produziert - wobei Jay-Z keinem zuviele Stücke gewähren wollte, einfach da er es abwechslungsreich mag. Er, so führt er im Backstage von Stefan Raabs "TV Total"-Show aus, schätzt es nicht, wenn ein Sound das Album dominiert, es muss die Message sein, die sich durchzieht. Und diese sei diesmal sehr kritisch geworden, da er Angst habe, dass HipHop seinen Einfluss, den er sich in den 80ern und 90ern erspielt hat, wieder an Rock und all die anderen Genres verliert. So gerne er diese verfolge - er betont, dass er derzeit viel Indierock hört, wurde ja auch neulich beim Grizzly Bear-Konzert in New York gesichtet -. so sehr sei er am Ende doch durch und durch HipHop, als dass er gewonnenes Terrain wieder preisgeben wolle.
Und was würde der junge Shawn Carter wohl sein älteres Update fragen, wenn er ihn heute auf der Straße treffen würde? "Wie ich das geschafft habe. Ja, er würde mich fragen, wie ich es geschafft habe. Und die Antwort: Immer neugierig bleiben, sich was trauen, keine Angst haben....". Mehr demnächst in der Dezember-Ausgabe von Intro und natürlich hier.
Den Auftritt von Jay-Z bei "TV Total" gibt's als Video in der ProSieben-Mediathek.
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Intro 23.09.2009 | 11:32:00
Jay-Z, der gerade das formidable "Blueprint 3"-Album vorgelegt hat, weilte gestern in Köln als Gast bei Stefan Raab. Am Rand des Smalltalks mit eben jenem griff ihn Intro für ein halbstündiges Gespräch für unsere Print-Dezembernummer ab.
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