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PJ Harvey / Jon Spencer Blues Explosion

Penthesilea und superenge Hosen

10.12.2008, 16:26, Text: Wolfgang Frömberg
[3 Kommentare]

Die im Dunkeln säen, erntet ihre Früchte (II). Je lauter die Kritik, desto mächtiger die Worte!



"Hier ist sie, POLLY JEAN HARVEY: laut und verletzbar, verletzt und wütend. Eine Furie. Singend, schreiend, heulend, fluchemd. Die Penthesilea der Popmusik. (...) Wegen ihres betont männlichen Auftretens - klobige Doc Martens, ungepflegte Haare - schlug man Harvey der kurzzeitigen Welle von Riot-Grrrl-Bands wie KENICKIE oder SHAMPOO zu. Nichts hätte falscher sein können. Harvey begann wallende Kleider aus den vierziger Jahren zu tragen, ließ sich oben ohne für die Titelseite der Musikpostille NME fotografieren und engagierte sich den Hardcore-Produzenten Steve Albini für ihr zweites Album. Rid Of Me, erschienen 1993, war ein weiteres rabiat wütendes Meisterwerk (....)"




"Drei Männer, zwei Gitarren und ein Drum-Kit - das ist die JON SPENCER BLUES EXPLOSION. Sind es die superengen Hosen oder ist es die unbändige Kraft seiner Musik, die Jon Spencer regelmäßig zu eruptiven Ausrufen wie "Uhhh", "Let`s rrock!" oder "Bluuuues Explosion" treibt? Wissenschaftlich wird das wohl nie zufriedenstellend geklärt werden können. Macht auch nichts. (...) Alben wie Extra Width (1993), Orange (1994) oder Now I Got Worry (1996) zeigten, warum elektrische Gitarren erfunden wurden: um göttlichen Krach zu machen, wild, rotzig, dreckig. Den Rock `n`Roll können zwar viele Bands spielen, keine aber so sexy und derartig dicht wie Spence mit seinen zwei Mitstreitern."

(beide Texte sind der "Basis-Diskothek Rock und Pop" entnommen, erschienen bei Reclam, Kostenpunkt: schlappe 5 Euro)



Dieser Artikel erscheint in Wolfgang Frömbergs Blog.





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  • uweschütte 10.12.2008 | 17:54:54

    Danke für die Werbung!

  • uweschütte 10.12.2008 | 17:57:52

    UWE SCHÜTTE
    Basis-Diskothek Rock Und Pop
    06.01.2005, 15:39, Text: Martin Büsser

    Männer sammeln Platten, stellen Listen über Platten auf und widmen diese dann ihren Frauen: »Nur für dich, Antje!« heißt es bei Uwe Schütte. Da möchte man schon gar nicht mehr weiterlesen. Der Schwanzvergleich im Dienste der Kanonbildung hat in den letzten Jahren immer dreistere Formen angenommen – bis hin zum Tiefschlag des Rolling Stone im November 2004, dessen »500 beste Platten« den Rock-Konservatismus endgültig zementiert haben. Doch Schütte ist etwas anders. Neben dem üblichen, ebenso unerlässlichen wie unerquicklichen, männlich dominierten Kanon Beatles-Dylan-Doors tauchen bei ihm auch Fremdkörper auf: Yo La Tengo, Throbbing Gristle, Mouse On Mars und Bonnie »Prince« Billy unter die 100 besten Platten der Popgeschichte zu wählen zeugt von der selten gewordenen Erkenntnis, dass Bedeutung und Bekanntheit zweierlei Paar Schuhe sind.Jede der hier ausgewählten Platten ist mit einem zwei- bis dreiseitigen Kommentar versehen worden. Diese Texte, nicht das Konzept des Buches, machen die eigentliche Qualität aus. Schütte gelingt es, selbst so abgegessenes Fallobst wie Van Morrison, Led Zeppelin und die Beach Boys noch einmal mit Anteilnahme und Gespür für historische Zusammenhänge zu würdigen. Und doch bleibt das Buch ein unterm Strich unbefriedigendes Unterfangen, das mal wieder die ständig reproduzierten Säulenheiligen aus der Vergangenheit auflistet und ab den 1990ern komplett ausdünnt. Dass die Gegenwart fast nur noch durch neokonservative Künstler wie Lambchop und Tindersticks vertreten ist, korrespondiert mit dem reaktionären Charakter solcher Listen, die von Jahr zu Jahr in fast deckungsgleicher Form unter die Weihnachtsbäume gekarrt werden.

  • uweschütte 10.12.2008 | 18:05:18

    Hier noch mehr Werbung!!! Kaufen!!!! Weihnachten!!!!!!!!

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