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Missy Magazine

Popkultur! Frauen! Wir gratulieren!

22.10.2008, 15:50, Text: Amelie Schneider
[46 Kommentare]



Seit Montag proben Chris Köver, Sonja Eismann und Stefanie Lohaus den Ernstfall: Ihr "
Missy Magazine" erhöht die Frauenquote im Kulturbetrieb.

"Willkommen in der Welt der Magazine!", möchte man der "kleinen Missy", wie die Hamburgerin Chris Köver ihr zusammen mit Stefanie Lohaus und der ehemaligen Intro-Redakteurin Sonja Eismann herausgegebenes "Popkultur Magazin für Frauen" in der Pressemitteilung ankündigt, gern zurufen. Da liegt sie nun, zwischen all den anderen am Montag neu eingetroffenen Printerzeugnissen und man sieht ihr kaum an, dass es das erste Mal ist.


Ansprache und Cover funktionieren prompt als ich, Indiemädchen, Mitte zwanzig, den Blick über das Regal streifen lasse: Eine herbstliche Farbskala, moderne Typo und Wuschelkopf-Covergirl mit Knubbelnase - gekauft.

Interessant ist nun zu gucken, wo genau der Kioskbetreiber den Neuzugang einsortiert. Nicht richtig Frauenmagazine-Ecke, nicht wirklich Lifestyle-Ecke, Missy liegt bei den Musikmagazinen. Der erste Schritt in Richtung Bolzplatz, wie sie es im Editorial einfordert?

"Wenn Popkultur-Journalismus ein Spielplatz ist, dann sind 80 Prozent von Jungs besetzt. Sie sitzen auf der Schaukel, der Wippe, dem Klettergerüst, blockieren die Rutsche und den Sandkasten. Wir hatten keine Lust mehr, den Jungs immer nur beim Spielen zuzusehen, wir wollten selbst spielen. Missy ist so etwas wie ein Gummitwist, reserviert für Mädchen."

Ein Blick ins Impressum beweist, unter den rund 60 Mitarbeiterinnen tummeln sich nur 5 Männer. Immerhin! Doch was die wohl qualifizierte, bei den Mädels im Gummitwist mit zu hüpfen? War ein absolutes Männerverbot eine zu radikale Einstellung? Nur einer von vielen Punkten, der Fragen aufwirft, wenn es um die feministische Positionierung des Heftes geht. Das Editorial jedenfalls lässt den Grad der feministischen Haltung offen, sicher nicht unabsichtlich.

Denn was auf diese Weise möglich ist, funktioniert ein bisschen wie beim Chrismon Magazin: Auch für Nicht-Gläubige ist das Blättern ergiebig. Die Inhalte streifen das eigentliche Thema eher zufällig und so fällt nach ausgiebiger Lektüre, nach der man verblüfft, aber gern, feststellt "Huch, hier betrifft mich ja fast jeder Beitrag", kaum auf, um was es noch mal ging: Ein Heft (fast) ausschließlich von Frauen gemacht. Das Feminismus transportiert, wie es nur eine Zeitschrift kann, nämlich in Bus und Bahn, so nebenbei. Hoffen wir, dass sich so viele Frauen wie möglich darauf einlassen und Stück für Stück zu einem (noch größeren) Selbstverständnis gelangen, eigenverantwortlich die persönliche Ziele zu verfolgen. Zum Beispiel Hefte machen!

Mehr Infos unter www.missy-magazine.de



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  • User: otic
  • otic 22.10.2008 | 17:06:54
    You can call me John!
    Warum soll das ins Musikregal?
    Findet da doch keiner. Steht bei uns ganz unoriginell bei der "Emma" im Frauenregal. Obwohl so richtig finden will es dort auch keiner.

  • User: Kurti_und_Schnauzer
  • Kurti_und_Schnauzer 22.10.2008 | 18:00:18
    analjazz
    ich als mann will auch einen lebensratgeber mit sextipps in der indieslackerverpackung!

  • rieselkiesel 22.10.2008 | 18:25:15
    schwarzweissministerin
    indie-indiemädchen..
    hallo?

    früher gab es nur mädchen oder jungen. heute muss alles katalogisiert werden..umständlich...was die kluft zwischen den geschlechtern nur vergrößert..

  • rieselkiesel 22.10.2008 | 18:44:39
    schwarzweissministerin
    wie wäre es mit einem ausmalheft..für gewagte in bunt und für indies schwarz/weiss

  • User: Brundlefly
  • Brundlefly 22.10.2008 | 19:37:30
    Mäuse sind Glitch
    früher gab es nur mädchen oder jungen. heute muss alles katalogisiert werden..umständlich...was die kluft zwischen den geschlechtern nur vergrößert..

    Was genau soll da jetzt irgendeine "Kluft", wie Du es nennst, "vergrößern"? Früher wurde übrigens noch viel heftiger kategorisiert.

    Editiert von Brundlefly am 22.10.2008 19:37:54

  • User: GlammyEmmy
  • GlammyEmmy 22.10.2008 | 20:28:06
    Immer locker bleiben
    Ich finde es gut, ein Popkulturmagazin, das (fast) ausschließlich von Frauen gemacht wird. Es ist nun mal so, dass Journalistinnen in vielen Bereichen unterrepräsentiert sind. Die dürfen ja oft nur in den "weichen" Ressorts arbeiten wie Kultur oder Reise (und natürlich in allen Ressorts, die vornehmlich Frauen ansprechen).

    Schreibe selbst teilweise über Medien, und auch da hat man es als Frau oft schwer. Alles schon erlebt! Das neue Medienportal Meedia zum Beispiel, an sich nicht schlecht gemacht, hat nur männliche Blogger im Angebot, sieben an der Zahl! Trauen die den Frauen nichts zu? Oder wollen sie nur Männer ansprechen? Vielleicht ist Meedia ja der heimliche Bruder von TIMM? ;-)

  • rieselkiesel 22.10.2008 | 22:09:07
    schwarzweissministerin
    ich schließe mich glammyemmys aussage an.
    es ist allzeit bekannt, dass es frauen in allen berufsgruppen schwerer haben und wenn sie den mut besitzen darüber hinaus ein popkulturmagazin zu gründen, ist dies lobenswert.

    ich jedoch würde mir diese zeitung nicht kaufen, weil sie frauen in schubladen zwängt, vlt liegt es auch an diesem bericht.
    nur als ich mir die mühe gemacht habe, den missy link zu öffnen, hat mich dieses hier abgeschreckt und ich finde es lächerlich im kindchenschema um leserinnen zu werben

    “…Die kleine Missy wartet am Kiosk und möchte gerne von ihren LeserInnen abgeholt werden. Ich wiederhole: Die kleine Missy wartet am Kiosk und möchte gerne von ihren LeserInnen abgeholt werden. Krrrssch.

  • User: GlammyEmmy
  • GlammyEmmy 22.10.2008 | 22:17:29
    Immer locker bleiben
    Das ist echt peinlich, oh, je ... So wollen wir uns Frauen aber auch nicht präsentieren bzw. von der männlichen Spezies abheben. Da ist eindeutig was schief gegangen.

    Aber vielleicht ist das Heft ja dennoch besser. Ich habe mit einer der Macherinnen gemailt, die machte einen sympathisch-kompetenten und auch erwachsenen Eindruck.

  • rieselkiesel 22.10.2008 | 22:31:42
    schwarzweissministerin
    sicher ist die frau erwachsen sonst hätte sie kein magazin auf den markt gebracht..wenn ich über mode celebrieren möchte, kauf ich mir die vogue, wenn mich über kultur informiere kauf ich den cicero.

    für die macherinnen wäre nur alles gute zu wünschen.

  • User: GlammyEmmy
  • GlammyEmmy 22.10.2008 | 22:43:25
    Immer locker bleiben
    Na, vielleicht finden die trotzdem ihre Nische. Ich wünsche denen auch viel Glück. Wenn ich dran denke und es bei mir in der Nähe finde, schaue ich morgen mal rein.

  • User: Andre Bijan_
  • Andre Bijan_ 22.10.2008 | 23:26:12

    heftiger kategorisiert

    hahaha...

  • User: schons
  • schons 23.10.2008 | 10:17:23

    nix, ich habe das passwort vergessen.

  • weiche zäune 23.10.2008 | 12:12:44
    love love love yeah
    popkultur von frauen oder (und?) popkultur für frauen?

    immerhin haben ein paar indie-kavaliere (re: Barbara Kirchner und Tine Plesch) schön männchen gemacht. das ist doch was.

  • User: haru_specks
  • haru_specks 23.10.2008 | 13:38:51
    shine on
    ich gratuliere und freue mich. wobei das nicht der erste versuch ist, feminismus und pop und co zu vereinen. oder hat man das blatt "tussi deluxe" schon vergessen?

    Editiert von haru_specks am 23.10.2008 13:40:56

  • User: haru_specks
  • haru_specks 23.10.2008 | 14:03:14
    shine on
    nein, das gibt es (leider? darf ich das als "mann" schreiben?) schon lange nicht mehr.

  • User: GlammyEmmy
  • GlammyEmmy 23.10.2008 | 14:18:37
    Immer locker bleiben
    Klar, darfst du. ;-)

    Lief wohl nicht? Mangels Erfolg eingestellt? Oder weil das Redaktionsteam geschlossen zum Playboy gewechselt ist?

  • User: haru_specks
  • haru_specks 23.10.2008 | 14:23:48
    shine on
    nun, eine der gründerinnen kenne ich persönlich. sie war einige zeit bei der emma beschäftigt und ist nun freie autorin. was mit dem rest passierte, weiss ich nicht.

  • User: advocatus diaboli
  • advocatus diaboli 23.10.2008 | 15:21:09

    biedere feministinnen journallje sagt meine freundin

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