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Seeed

Peter Fox geht solo: Mancini meets Dancehall

09.07.2008, 10:48, Text: Martin Riemann

Seeed-Mastermind Pierre aka Peter Fox holt für seinen ersten Alleingang "Hunde, Tauben und Stadtaffen" ein ganzes Filmorchester in sein Soundsystem: Pauken, Streicher und Trompeten. Martin Riemann hat mal vorgehorcht...

Sehnsucht nach Seeed? Schon lange keine bouncende Liebeserklärung an die Hauptstadt gehört? Wem die Bandpause zu lange dauert, kann sich jetzt auf ein ordentliches Pfund gefasst machen, das uns Seeed-Mann Pierre aka Peter Fox im September servieren wird. Für die Erfüllung seines Soloprojekts war die 11-köpfige Seeed-Mannschaft aber auch einfach nicht zahlreich genug. Fox wollte nämlich "Filmmusik zum Tanzen", wie er es bei der Vorabpräsentation des kommenden Albums "Hunde, Tauben und Stadtaffen" formuliert. Und Filmmusik darf man hier durchaus wörtlich nehmen.


Statt die relevanten Parts zu sampeln oder gar am Synthesizer zusammenzukloppen, ließ Fox seine Riffs, Hooklines und Grooves in Partituren umschreiben und vom Filmorchester Babelsberg einspielen. Yep, Pauken. Yep, Trompeten. Yep, Streicher galore! Der dabei entstandene Score schielt dabei in Punkto Bombast eindeutig nicht Richtung "Tatort", sondern eher nach Hollywood und wurde satt in die tiefergelegten Beatkonstrukte eingebettet. Was dabei aus den Boxen kommt dürfte bei der richtigen Lautstärke durchaus Orkanstärke entfalten.

Fox' textliche Stärken liegen, wie auch schon bei seinen Beiträgen zu Seeed, in atmosphärischen Zustandsbeschreibungen seiner Umwelt und natürlich vor allem seiner Heimatstadt Berlin, der er auch hier mit "Schwarz zu blau" eine Art "Dickes B" für Nachteulen widmet. Im Gegensatz zu seiner Rolle bei Seeed, wollte Fox hier  textlich mehr in die Tiefe gehen und deshalb sind alle Songs auf deutsch. Das Stück "Fieber" kann man schon seit einiger Zeit auf YouTube und Konsorten hören. Ob der dort gefeaturte Schwanzus-Longus-Humor der Berliner Vorzeige-Rasselbande K.I.Z. es auch aufs Album schafft steht noch offen. Einen guten Eindruck vermitteln auch die durchaus feinen Instrumentalskits die man auf Fox' Website hören kann.




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