Ab heute: Berlin 08 Festival
Gute Musik für eine gute Sache
13.06.2008, 13:04, Text:
Daniel Koch
Diskutieren und gleichzeitig Live-Musik hören: Beim Berlin 08-Festival geht beides. Daniel Koch gibt einen Überblick.
Es gibt verschiedene Wege durch das Festival Berlin 08, das ab heute im FEZ in der Berliner Wuhlheide stattfindet. Möglichkeit eins: Man rauscht durch die über 600 Diskussion und Workshops, die von den teilnehmenden Jugendlichen aus ganz Deutschland konzipiert und abgehalten werden. Man verschafft sich einen Überblick, was den jungen Leuten politisch auf der Seele brennt, informiert sich über das kulturelle Leben israelischer Jugendlicher, diskutiert die amerikanische Außenpolitik, die Ursachen für den Politfrust in unserem Lande und berauscht sich am Engagement der Jugendlichen, die zum großen Teil schon seit Monaten für das Berlin 08 tätig waren und nun ihr großes Wochenende haben.
Möglichkeit Nummer zwei: Man ist gerade nicht in Diskussionslaune, hat’s eh nicht so mit Politik und ist einfach auf der Suche nach einem netten Openair-Programm. Das gibt’s auf dem Berlin 08 nämlich auch. Und vielleicht hilft ja dann eben dieses Line-up zu zeigen, dass Pop auch politisch sein kann. Sei es in der einfachen Feststellung, dass ein Multi-Kulti-Projekt wie Culcha Candela nur perfekt integriert sein kann, weil es inzwischen mit grenzdebilen Singles wie 'Hamma' und 'Ey, DJ!' sogar die Mallorca-Bummsvoll-Deutschpatrioten bespaßt – und diese da gar keine Probleme mit haben. Oder aber man lässt sich vom Samstagsheadliner Wir sind Helden (Foto) sanft ins Gewissen singen. Seinen musikalischen Horizont erweitern kann man zudem perfekt mit z. B. Künstlern wie die Berlinerin Miss Platnum, die osteuropäische Sounds mit Ami-HipHop-Einflüssen kreuzt und dabei doch in der Hauptstadtkultur verwurzelt ist. Druck- und eindrucksvollen mexikanischen Ska gibt’s dann von Panteón Rococó. Das komplette Line-Up mit Spielplan kann man hier einsehen.
Natürlich bleibt dabei auch noch der Mittelweg, den die Redaktion hier gleich mal als Empfehlung ausspricht: Sich nicht völlig in der Politik verlieren, sondern hie und da Denkanstöße abholen, die persönlichen Diskutier-Qualitäten ausloten und dann abends für gar nicht mal so teuer (Abendkasse 15 Euro für beide Tage) ein schmackhaftes Bandprogramm anschauen.
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