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El Perro Del Mar

im Interview: Ein dauerndes Gefühl der Unsicherheit

11.05.2008, 10:04, Text: Heiko Behr

Sarah Assbring ist das einzige Mitglied des Projektes El Perro Del Mar. Schon ihr erstes selbstbetiteltes Album von 2006 entwickelte eine Stimmung, die den Zuhörer komplett in eine sehr introspektive Platte hineinsog. Sarah ist mit einer ätherischen, außerweltlichen Stimme gesegnet, die sie im Grunde als singuläres Phänomen dastehen lässt. Auch auf ihrem zweiten Album, 'From The Valley To The Stars', entfaltet sich wieder eine betörende Ästhetik, die ihresgleichen sucht. Klingt alles zu vage klingt, zu esoterisch? Im Interview dann der Versuch, El Perro Del Mar etwas näher zu kommen…Heiko Behr hat das für uns versucht.


Du pendelst sowohl textlich auch soundästhetisch zwischen zwei Polen: Intimität und Distanz. Das führt zu einer sehr besonderen Stimmung, die du erzeugst…
Das sehe ich auch so. Allerdings würde ich es als eine Mischung aus Intimität und Universalität bezeichnen. Es geht mir um den Wendepunkt, wenn das Persönliche zum Universalen umschwenkt.

Diese (alp)traumhaften Stimmungen vermitteln ja das Gefühl, als ob die Realität gar nicht existiert. Würdest du dich als Eskapistin bezeichnen?
Das stimmt in sofern, dass ich während des Schreibprozesses oder auch beim Musikhören das Gefühl habe, als ob es keine Grenzen gäbe, dass in der Welt der Harmonien alles möglich ist. Eskapistisch würde ich das trotzdem nicht nennen. Das war vielleicht mal so. Aber mittlerweile finde ich es zu schmerzhaft und selbstzerstörerisch, der Realität zu entfliehen. Ich will eher die Schönheit der Musik in die richtige Welt bringen und das Beste aus dem Leben machen.

Viele Texte und Sounds basieren auf mantraartigen Wiederholungen, geht es dir um einen tranceartigen Zustand?
So arbeite ich eben. Es ist ein sehr intuitiver, natürlicher Prozess. Aber tatsächlich liebe ich mantraartige, meditative Musik, dazu alten Blues, Folk - wo ja ähnlich gearbeitet wird, das sind eben wichtige Einflüsse für mich.

Geht es dir letztlich um Katharsis?
Wahrscheinlich. Ich schreibe, wenn ich auf der Suche bin nach Erleichterung bin, emotionaler Art. Das kann dann traurig oder glücklich sein. Das Gefühl, überwältigt zu sein von Gefühlen, das ist sowieso der Ausgangspunkt für meine Musik.


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