Peters.
Im Interview: Innerlich zerrüttet
26.04.2008, 16:11, Text:
Christian Steinbrink
Wer sind eigentlich Peters, woher kommt ihr und wie kamt ihr zusammen?
Es gibt uns schon ewig, seit 1996. Damals haben wir uns in Lübeck gegründet, so als Deutschpunk-Nichtskönner-Schülergruppe. Wir konnten keine Instrumente spielen, konnten gar nichts und haben uns einfach nur immer bei unserem Bassisten zuhause getroffen. Bei ihm gegenüber gab es ein Autohaus namens Peters. Die dort ausgestellten Autos hatten immer Nummernschilder, auf denen Peters draufstand. Die haben wir oft geklaut. Zeitgleich haben wir in der Schule damit angegeben, dass wir eine geile Band namens Peters hätten. Wir haben aber nie irgendwo gespielt, und weil die Leute immer hartnäckiger nachfragten, mussten wir uns irgendwann halt richtig gründen und Instrumente spielen lernen.
Seid ihr dann alle zusammen nach Hamburg gezogen, oder nach und nach, oder wohnt ihr gar nicht alle in Hamburg?
Mittlerweile wohnen wir alle in Hamburg, aber vorher haben alle woanders studiert, manche in Göttingen, manche in Hannover oder anderswo. Das ist auch der Grund, warum zwischen unserer ersten EP und dem Album jetzt soviel Zeit vergangen ist.
Es ist zu lesen, dass bei euch ja auch Verbindungen zu den Audiolith-Leuten wie Bratze bestehen, obwohl ihr musikalisch gar nicht miteinander gemein habt. Wie kommt das?
Das kommt daher, dass wir besonders mit ClickClickDecker sehr gut befreundet sind. Ursprünglich waren wir alle große Click-Fans, und irgendwann bekamen wir eine E-Mail von ihm, in der er schrieb, dass er gerade auf einem Grillfest sei, unsere 7" hören würden und sie unbedingt haben müsste. So haben wir uns kennen gelernt und sind Freunde geworden. Diese Verbindung ist aber wirklich eine Freundessache, keine musikalische Angelegenheit.
Wenn man euch hört, kann man ja schon auf die Idee kommen, dass euch traditionelle Hardcore-Werte zumindest wichtig sind. Ist das richtig? Gibt es da eine Verbundenheit zur HC-Szene, vielleicht schon in Lübeck?
Speziell in Lübeck gehörten wir da eigentlich gar nicht dazu. Damals waren wir überall bloß die Außenseiter. Ob nun die HipHopper oder die Punks, uns mochte irgendwie keiner.
Aha, hast du eine Ahnung, warum euch damals keiner mochte?
Vielleicht weil wir zu cool waren, aber wahrscheinlich weil wir schlicht zu oft betrunken waren. Wir waren nicht straight edge wie die Hardcore-Leute, wir waren nicht so in den Punkgesetzen drin. Wir haben früher in erster Linie Deutschpunk gehört, später dann Indierock und irgendwann sowas wie At The Drive-In, Q And Not U und andere Dischord-Bands. Das war dann zu der Zeit, als wir die 7" aufnahmen und unsere ersten Konzerte in Juzes spielten.
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