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Tödliche Entscheidung

Filmstarts und Trailer vom 10.04.08

10.04.2008, 11:47, Text: Alexander Dahas

Tödliche Entscheidung
R: Sidney Lumet; D: Philip Seymour Hoffman, Ethan Hawke, Marisa Tomei, Albert Finney etc.
Ein Brüderpaar in Geldnöten plant einen Überfall auf das elterliche Juweliergeschäft, bei dem so ziemlich alles schief geht. Oh, keine Angst: Freunde hart gesottener Nahkampf-Action kommen auch auf ihre Kosten, aber den wirklichen Leberhaken setzt dieser sehr plausible Film anderswo. Man braucht nämlich heutzutage keine besonders ehrgeizigen Gangster mehr, um unsere moralisch zersiedelte Gesellschaft mal eben auseinander zu nehmen - es reicht die gute alte Familiendynamik, Frustration und etwas Midlife-Crisis. Altmeister Lumet benötigt auch keinen großen katholischen Schuld-und-Sühne-Überbau, um seine Abwärtsspirale in chirurgisch effizienten Bildern zu schildern, der Wiedererkennungswert ist umso höher. Wie das Gefühl, beim Klauen erwischt worden zu sein, sorgt 'Tödliche Entscheidung' für 120 Minuten Unwohlsein, über das nur das Staunen über die mathematische Präzision zeitweise hinwegtröstet. Ansonsten gilt: Wir leben das.


Der Rote Baron
R: Nikolai Müllerschön, D: Matthias Schweighöfer, Lena Headey, Til Schweiger, Jan Josef Liefers etc.
Was ist die Landser-Romantik der allabendlichen Panzerdokumentationen überhaupt gegen die kühle Ästhetik des Ersten Weltkrieges? Bekannt von zahlreichen Grufti-Kompilationen wird nun auch fürs Kino hergerichtet, wofür man bisher auf dem Traumschiff anheuern musste: große Gefühle vor kaputter Kulisse, komplett mit intaktem Krankenschwesterfetisch. Schweighöfer als draufgängerischer Fliegerschnösel sieht an Spitzentischtüchern und Herrenhäusern prima aus und wird nach einem Blick in die Schützengräben auch noch als Protopazifist wiedergeboren, der dem gemütsgetrübten Kaiser Widerworte gibt. Historisch bestimmt nicht akkurat, aber Müllerschön mag den Lerneffekt. Schön auch die eher zurückhaltenden Luftkampfszenen und die netten Effekte, am Erzählerischen krankt der Film trotzdem. Die meisten Figuren bleiben leblos, etliche Dialoge sind zum Schmunzeln, und die Liebesgeschichte hebt erst gar nicht ab.






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