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Frank Spilker Gruppe

Im Interview: Der Blues und ich

31.03.2008, 15:20, Text: Sandra Grether

Dein Solo-Album 'Mit all den Leuten' hat einen individuellen, songwriterspezifischen, sowie einen sehr gegenwärtigen musikalischen Bezugsrahmen, von Elektro- bis Gitarrenrock-Spielarten. Auch die beiläufige, aber direkte Art, wie die Texte gesellschaftskritisch sind, und dabei persönlich, finde ich toll. Eben genau so wie man ja auch lebt,  Ökonomie, Umgebung usw. sind ja immer in allem enthalten. Kannst du mal den Weg sagen, von den letzten beiden Sterne-Platten, zu diesem Album.


Das wäre so meine Idealvorstellung von einem Popsong. Aber fangen wir mal bei den Sternen an. Die Geschichte dahinter ist natürlich auch eine Auseinandersetzung in der Band, die wir immer schon führen. Es gab ja von Anfang an bei den Sternen den Kollektivgedanken: wir machen alles zusammen. D.h. es gibt kein Songwriting, sondern es wird mit Versatzstücken gearbeitet. Und dann bastelt man gemeinsam an einer Songstruktur. Da diese Arbeitsweise eine bestimmte Beschränkung beinhaltet, die natürlich auch toll ist, habe ich aber gleichzeitig immer das Bedürfnis, nach einem Song, der auf Songwriting basiert. Solche Songs sind immer auch untergebracht auf den Alben. Also immer beides. Auf dem vorletzten Sterne-Album 'Das Weltall ist zu weit' habe ich dann mal sehr viel alleine gemacht. Das war letztlich ein ungutes Gefühl in der Band, und die letzte Platte 'Räuber und Gedärm' war dann wieder wirklich komplett kollektiv. Ich zog dann daraus aber  auch den logischen Schluss, dass ich die Sachen woanders unterbringen muss.

Wie bist du dann vorgegangen?
Die zwei Songs, die ich sowieso immer für die Sterne geschrieben habe, pro Platte, die hatte ich dann schon, und da hab ich dann halt noch weitergeschrieben. Ich habe mit 'Ich geh gebückt' angefangen, und hatte dabei zunächst eine Vision von sehr schlichter Rockmusik, die dieses Persönliche hat. Aber im positiven Sinne, wie vielleicht die White Stripes Blues sind. Also vom Aspekt des Erzählens her.  Aber dann eben nicht als Liedermacher-Ästhetik. Man muss dann sehen, dass man eine Ästhetik findet, die immer noch rockt.

Das Politische, oder sagen wir, das Soziale, kommt auf 'Mit all den Leuten' eher nicht so explizit vor wie z.B. auf 'Das Weltall ist zu weit' - es wird aber auch nie ausgespart. Eine schöne Balance.
Wovor wir Angst haben ist der Zeigefinger.


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