Gigbeth Festival

Brummie Calling - Eine Visite in Birmingham

25.10.2007, 12:00, Text: Stefan Rambow
[3 Kommentare]

Englands zweitgrößte Stadt, lange als hässliches Überbleibsel der Industrialisierung geschmäht, ist stark im Kommen. Nicht nur die trotzig-derbe betitelte Website birminghamitsnotshit.co.uk stemmt sich mit Chuzpe gegen das schnöde Image von \"Bir-nin-em\", wie der ehemalige \"workshop of the world\" im Brummie-Slang seiner Einwohner heißt. Fiese 70s-Hochhäuser und ein verschlungenes Schnellstraßensystem voller spaghetti junctions sind zwar schwer wegzudiskutieren, doch prägt in der Innenstadt bereits eine Mischung aus rausgeputzten Kanälen, viktorianischen Prunkbauten und den neuen Hightech-Konsumtempeln wie Selfridges am \"Bullring\" das Stadtbild.


Gerade ist die mit 35 Millionen Pfund renovierte altehrwürdie Town Hall mit einem beachtlichen Programm quer durch die Genres wiedereröffnet worden. General Manager Simon Wales hat dabei eine Mischung aus internationalen und lokalen Acts versammelt: Gilles Peterson im Team mit den lokalen Senkrechtstartern Summary und Sugar Beats, Fyfe Dangerfields derzeitige Gruppe Guillemots mit dem City Of Birmingham Symphony Orchestra, der Urban Soul Event mit den Four Kornerz, Sasha Brooks, E.double D und der neuen Airplay-Diva Terri Walker. Weiter stehen das Reggae Philharmonic Orchestra, Soweto Kinch, Kurt Elling oder Rufus Wainwright bis in den November auf der Agenda, während der großen indischen Community durch Nitin Sawhneys neue Show Referenz erwiesen wird. Schlüssig ist das. Das neue glitzernde Gesicht des Stadtzenrums wäre nicht möglich ohne den wahren buzz, der hier abgeht: Birminghams Motor ist und bleibt die Musik.

Bereits im zweiten Jahr seines Bestehens hat sich mit dem im Stadtteil Digbeth basierten Gigbeth mit über 300 \"up and coming bands\" ein bemerkenswertes, vom NME als \"hotbed of exciting new music in the country\" geadeltes Festival etabliert, das Anfang November Industrie & Konzertgänger mit einem breit angelegten Konferenz- und natürlich Live-Programm 3 Tage in Atem halten wird. Zentrum ist das frühere Digbeth Institute, ein altehrwürdiges 2000er Venue, das in der Rave-Ära bereits eine gewisse Rolle gespielt hat (Godskitchen, Atomic Jam, Uproar, Slinky, Sundissential, Athletico, Ramshackle-And-Panic-Clubnächte) und auch britischem HipHop eine Heimat bietet.

Die Gitarren-Fraktion mit den unlängst gehypten The Twang oder Murdoch, Popster wie Broadcast und Chart-Futter wie Jamelia werden ebenfalls gut vertreten sein. Möglich wurde das Festival auf Basis der reichen Musiktradition der Midlands mit Namen wie Black Sabbath, The Move bzw. Electric Light Orchestra, The Fortunes (deren Song 'Caroline' als Erkennungsmelodie des berühmten Piratensenders fungierte), Judas Priest, Moody Blues, The Spencer Davis Group, Traffic, Led Zeppelin. Nicht zu vergessen die Rasta-Gemeinde mit Pato Banton oder den Veteranen Steel Pulse, die Two-Tone Bewegung um The Beat, The Specials & The Selecter sowie Ragga-Heroes wie Apache Indian. Auch so unterschiedliche 80er Helden wie Duran Duran, Dexys Midnight Runners, Stephen \"Tin Tin\" Duffy, Pop Will Eat Itself, The Charlatans oder Wonder Stuff haben in und um Birminghm ihre Wurzeln.


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  • User: el_banditto
  • el_banditto 01.11.2007 | 22:07:31

    meen kumpel keule jeht da hin.

  • User: Wolpers
  • Wolpers 02.11.2007 | 08:52:47
    --N--- --N----N---
    [p]in birmingham gibt es nur eine spaghetti junction, und die hat sich ihren namen auch verdient[/p]

    genug der pedanterie...

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