
Übersee in Übersee
Kleines Label auf großer Fahrt
21.09.2007, 20:00, Text:
Henning Stoppel
Ab jetzt exklusiv bei uns im Blog: Die Erlebnisse der Crew von Übersee Records in Lateinamerika.
Epilog
In den frühen 90ern zog es einen gewissen Manu Chao nach Lateinamerika, um sich von der dortigen Musikszene inspirieren zu lassen. Das Leben ist keine Einbahnstraße, also ist der Rückweg spätestens seit Anfang des neuen Jahrtausends auch nach Europa offen und bereichert die hiesige Musiklandschaft. Bands wie Panteón Rococó, Abuela Coca, Karamelo Santo, La Vela Puerca oder No Te Va Gustar sind nur ein Teil der Bewegung, die irgendwo zwischen Rock, Punk, Ska, Reggae und heimischen Rhythmen wie Cumbia oder Murga die alte Welt zu erobern. Wer schon einmal erlebt hat, wie sich die angeblich so zurückhaltenden Westeuropäer kollektiv von der Musik in einen Rausch versetzen lassen, wird die Faszination verstehen. Wer nicht: sofort Abhilfe schaffen!
Nach unzähligen Konzerten, Festivals und Gesprächen mit den Bands, wollten wir unbedingt auch mal über den großen Teich und das Ganze hautnah erleben. Keine zwei Monate nach der Idee sitzen wir über dem Atlantik im Flieger nach Montevideo und werden dort mit Kameras und Laptop ausgestattet die Bands beobachten und die Musikszene am Rio de la Plata unter die Lupe nehmen. 10 Tage mit massig Konzerten, Festivals, Studiobesuchen, durchzechten Nächten und Treffen mit alten Bekannten und vielen, vielen neuen interessanten Künstlern liegen vor uns! Für Euch sind wir quasi immer auf Rhythmus-Höhe und werden über das Riesenfestival Pepsi Music genau so berichten wie über die so interessanten kleinen Geschichten abseits der großen Bühnen, die es wohl nur in Buenos Aires und Montevideo zu erleben gibt!
19.09.2007, Hannover - Atlantik
Sagt sich ja schnell mal eben: Die Welt ist ein Dorf! Dummerweise ist es dann aber bei der körperlichen Erkundung doch wieder ein ganz schön Großes…Morgens pellen wir uns zu einer Zeit aus dem Bett, die wir nur noch theoretisch kennen. Es ist kalt. Die Luft ist klamm. Tja, der sprichwörtliche heiße Herbst in Deutschland eben. Jetzt geht's erst mal in den Zug. Berlin-Tegel nach Madrid-Barajas ist ja schnell gemacht. Wenn da nicht unser Kameramann Kolja wäre, der laut der Zollbeamten eine verdammte Ähnlichkeit mit Ben Becker hat. Nur ganz knapp konnte er seiner ersten Autogrammstunde entkommen, aber die Vorführung unseres kompletten Equipments machte irgendwie mehr Spaß als sonst - Promibonus eben. Über die viel zu voll gestopften Sitzreihen des Iberia-Jets mit einem Platzangebot ausreichend nur für die Sieben Zwerge und dem Nepp-Angebot eines Pappsandwichs für zehn Euro (!) kann man sich - nein, man muss sogar - ärgern, aber die gut sieben Stunden Aufenthalt in Spaniens Kapitale machen das schnell vergessen.
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