
Der Sound von Tel Aviv
Meschugge Dance Party
25.07.2007, 14:00, Text:
Stefan Rambow, Foto: Stefan Rambow
Was ist dran am Nachtleben von Tel Aviv? 24 Stunden Party, nonstop Tanz auf dem Vulkan, wie es die Medien gern vermelden? Nachdem der vom Libanon-Konflikt 2006 arg gebeutelte Israel-Tourismus gerade mit leichtbekleideten Ex-Soldatinnen vom Stern bis Knesset unterschiedlich punkten konnte, hat man nun in den Ministerien die Musik als Asset entdeckt - den \\\\\\\\\\\"Sound of Tel Aviv\\\\\\\\\\\". Was macht ein DJ in der Stadt, die niemals schläft?
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\\\\\\\\\\\"Er hat zwei oder drei andere Tages-Jobs...\\\\\\\\\\\" meint darauf Amir Egozy, der unlängst die Red Bull Music Academy-Compilation über den Tel Aviv Electro-Underground mit Acts wie Kutiman, Kalbata oder Radio Trip zusammengestellt hat. DJs wie er und Nadav Ravid vom Botanika-DJ-Kollektiv freuen sich nach einem ersten Berlin-Trip zum popdeurope-Festival über die aufkeimende Aufmerksamkeit in Europa und übernehmen artig die Kaffee-Rechnung, obwohl der Shekel bei ihnen nicht übermäßig rollt: ein fieser Umtauschkurs zum Pfund hat Vinylkäufe in England heftig verteuert und die Mieten der In-Viertel wie Neve Zedek haben locker Münchener Niveau - ohne Gelegenheitsjobs, u.a. bei Zeitungen oder im Radio, geht's nicht. Nadav konnte seine Militärzeit glücklicherweise beim Army-Sender GLZ (Galei Tzahal) verbringen und springt dort immer noch hin & wieder ein, wie gerade mit einer \\\\\\\\\\\"10 Jahre OK-Computer\\\\\\\\\\\"-Sendung.
\\\\\\\\\\\"Auf dieser Welle geht inhaltlich mehr als bei den Privatradios, da herrscht nur formatierte Langeweile... .\\\\\\\\\\\" Außerhalb Tel Avivs können die Botanika höchstens im nördlich gelegenen Haifa oder auf der funktionierenden Achse nach Jerusalem ab und zu auflegen. In die nur eine knappe Auto-Stunde entfernte, in letzter Zeit ein eigenes Nachtleben entwickelnde Hauptstadt fahren manche Partygänger zum After-Hour-Chillout, zu Szene-Treffs wie dem Uganda oder in die Bars der Nahalot-Area. Gerade ist dort das genreübergreifende Jazz-Festival mit mitreißenden Konzerten von Achinoam Nini aka Noa, Oi Va Voi oder dem Yorai Oron Trio zu Ende gegangen. Das arabische Umland schließt sich locationwise für die Israelis aus bekannten Gründen aus, obwohl man auch von der sich entwickelnden Beiruter Szene gehört hat und in Europa kriegt man auch kein Bein auf den Boden: \\\\\\\\\\\"Too many DJs, alle dichter dran als wir. Die Flüge von Israel aus sind einfach zu teuer.\\\\\\\\\\\"
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