Heimspiel-Ticker 13.03.07

Volle Löcher im Zahn

13.03.2007, 15:01, Text: Mick Schulz

::: So, mit der rohesten Band der Woche fangen wir mal an. The Full Cavity Searchers heißt das Trio und die Platte dazu 'Wild & Satisfied'. Zufrieden und trotzdem wild? Das muss nicht unbedingt stringent sein, hier stehen alle Zeichen auf Rock(-abilly) und da kann es einen schon mal aus der Kurve tragen. Who cares, Hauptsache es funktioniert und das heißt in diesem Fall vor allem: Hauptsache es rockt. Und das tun sie formschön und schnörkellos. Aber die Frage bleibt doch: Die Suchenden nach vollen Löchern im Zahn?
.: www.thefullcavitysearchers.de :.

::: Auch Astrophil und Stella rocken. Aber auf 'Kiss And Ride' (Mr.Music/ Indigo) wird gerne und aus den Vollen geschnörkelt. Und warum auch nicht, wenn man kann. Eigentlich hat jeder Track einen anderen Charakter, was schon allein an ihren vier Sangesstimmen liegen kann. Immer wieder schleichen sich Seitenhiebe in Richtung Popgeschichte ein (der Song, der klingt, als sei er eine verschollene Oasis-Ballade heißt ausgerechnet 'The Great Escape'), wird Reggae ausgepackt oder die Rhythmusgruppe schickt einen auf’s Parkett. Wenn man dann noch so reizend von den zwei weiblichen Fünfteln der Band angecroont wird ('This Song Is For You'), ist es sowieso um jedermann geschehen.
.: www.astrolounge.de :.


::: Verena Johann von Moon croont auch manchmal. Aber vor allem lebt die Aachener Band von ihrer reduzierten Ästhetik. Man möge den überdehnten Vergleich verzeihen, aber gelgentlich klingt die Sängerin hier tatsächlich wie Björk, was vor allem an ihrer Phrasierung im Refrain von 'Kindness' liegt. Ansonsten lässt der Sound teilweise an Terranova denken, aber die Vintage-Synths, die Moon offenbar verwenden, gleichen den unterkühlten Ton der Musik doch wieder aus und lassen die Stimme nicht ganz allein in einer Klangwüste stehen. Fazit: Schöne, ausgeglichene Musik auf 'Five Songs By Moon'.
.: www.mondseite.de :.

::: Weit weniger ausgeglichen kommen Duster 69 daher. Noise-Rock in der Tradition der Zeiten, als blunoise noch ein Qualitätssiegel war bringt uns die Scheibe 'Angel King'. Und das ist dermaßen Testosterongeschwängert, dass einem der Proberaumschweiß praktisch aus den Boxen tropft. Nicht so augenzwinkernd und verwinkelt wie Pendikel, sind Duster 69 eher etwas für Freunde von Ulme oder Kyuss. Vor allem fällt die Band durch den Gesang von Lucki Schmidt auf, der an Variabilität seinesgleichen sucht. Sicherlich eine grandiose Liveband.
.: www.duster69.com :.

::: Und ihr habt selbst ein Band im Keller und rockt? Oder programmiert Beats oder flowt darüber? Ihr wollt gerne hier über euch lesen und wissen, dass noch viele andere auch hier über euch lesen? Dann schickt uns euren Output ans Heimspiel, versucht es per Mundpropaganda oder per Lautsprecher. Erfahrungsgemäß am besten geht's aber per Post oder Mail.



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