The Hold Steady

Exklusiv: Das ganze Interview

07.03.2007, 20:00, Text: Heiko Behr

Unser Autor Heiko Behr traf Sänger Craig Finn der US-Indies The Hold Steady und sprach mit ihm über Bruce Springsteen, Barmusik, Indie und Scorsese. Den typischen Indiekanon eben.

Nach den Anfängen in Minneapolis lebt ihr ja jetzt schon ein paar Jahre in Brooklyn, New York. Wie hat sich das ergeben?
Ich bin eigentlich schon vor sechs Jahren hingezogen, als meine letzte Band Lifter Puller sich aufgelöst hat. Hauptsächlich ging es mir darum, einen Wechsel einzuläuten, aber ich wusste eben auch, dass New York eine Stadt mit großen Möglichkeiten für kreative Leute ist. Und dann hatte ich auch schon eine Menge Freunde da. Einiges vermisse ich an Minneapolis schon, aber insgesamt war es ein guter Entschluss umzuziehen. Ich mag vor allem Brooklyn und bin da, so oft es geht.

Fühlst du dich da einer Szene angehörig?
Ich denke, da gibt es tausende von verschiedenen Szenen, es fühlt sich zumindest nicht wie eine große Szene an. Wir kennen aber eigentlich nur ein paar Bands dort. Die Stadt ist einfach zu groß, um eine zusammengehörige Szene zu haben. Außerdem ist jeder so beschäftigt dort. Minneapolis hat hingegen eine sehr eng verknüpfte Szene.


Du vermisst also Minneapolis immer noch ab und zu, und in euren Songs geht es ja oft explizit um Minneapolis. Liegt das auch daran, dass Minneapolis eben mehr für eine durchschnittliche Stadt steht als New York?
Nein, eigentlich liegt es nur daran, dass ich Minneapolis am besten verstehe, ich komm eben von da. Wenn ich mir eine Geschichte ausdenke, spielt sie immer automatisch dort.

Stimmt es eigentlich, dass ihr euch wirklich gegründet habt, während ihr \\"The Last Waltz\\", den legendären Scorsese-Film vom Abschied von The Band, gesehen habt? Du kannst das jetzt hier mal richtig stellen…
Das ist tatsächlich so passiert. Ich hatte damals eine ganze Zeit keine Musik mehr gemacht und als ich den Film sah, realisierte ich, wie viel Spaß eine Band machen kann - besonders wenn man sich etwas locker macht und sich eher auf den Spaß als auf Trends konzentriert.

Mit dieser Einstellung habt ihr euch ja anscheinend die Bezeichnung \\"America´s Numer 1 Bar Band\\" verdient - das behauptet euer Management zumindest. Wie siehst du das?
Tja, wir machen Musik und hängen in Bars rum. Wir haben einen sehr geerdeten Stil und sind im Grunde nicht anders als die Typen, neben denen man eben so sitzt in Bars.

Musikalisch gesehen erinnert eure Musik stark an amerikanische Barmusik, wie sie seit Jahrzehnten im ganzen Land läuft. Im Gegensatz zu anderen Bands scheint es mir so zu sein, dass ihr dabei allerdings keine Klischees weitertragt sondern eher zitiert für eure eigenen Zwecke…
Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was du damit meinst…

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