Cooper Temple Clause

Exklusiv: Das Interview

26.01.2007, 20:00, Text: Daniel Koch

Die Alternative-Rocker The Cooper Temple Clause aus dem englischen Reading scheinen angesichts der letztjährigen UK-Hypes schon fast ein wenig dated daherzukommen. Andererseits geben sie sich auch nicht annähernd Mühe, mit den Up-And-Comings von der Insel mitzuhalten. Warum auch? Intro-Autor Daniel Koch traf Sänger Ben Gautrey und Biassist/Gitarrist Dan Fisher zum Interview, was sich letztlich als lehrreiche Lektion in Sachen Album-Genese entpuppte...


Es hat ja ziemlich lange gedauert, bis 'Make This Your Own' endlich spruchreif war. Die letzte Platte liegt ja auch schon eine halbe Ewigkeit zurück...
Ben: Stimmt, es hat sehr lange gedauert. Das lag zum Teil daran, dass wir ein paar Monate in den Staaten auf Tour waren. Gemeinsam mit The Cure, was eine tolle Erfahrung war. Danach haben wir uns in unser eigenes Studio, The Bleakhouse, zurückgezogen und langsam angefangen, Demos aufzunehmen. So richtig voran kamen wir da aber auch erst nicht. Wir fühlten uns ein wenig ausgebrannt, also versuchten wir mit den neuen Songs auch einen neuen Sound zu finden, damit wir nicht länger auf der Stelle treten, und als Band gefordert sind. Anfangs haben wir wieder mit Dan Austin gearbeitet, der 'Kick Up The Fire...' produziert hat, aber dann haben wir uns einen neuen Produzenten gesucht. Wir haben uns für Chris Hughes entschieden - er hat früher bei Adam & The Ants gespielt. Das hat vieles geändert. Chris war der erste, der auch mal unser Songwriting konstruktiv kritisiert hat. Er hat wirklich versucht, uns als Musiker und Songwriter herauszufordern. Außerdem hat er einen völlig anderen musikalischen Background, da er einer anderen Generation entstammt. Er stand auf Musik und Bands, mit denen wir uns nie befasst haben. Das war sehr inspirierend. Ich glaube, dieses Album hat dadurch an Tiefe gewonnen. Hinzu kommt noch, das Dan und Tom jetzt auch öfter singen. Es sind Songs drauf, die für uns erstaunlich melodisch und zugänglich klingen, aber es gibt auch das genaue Gegenteil: Massive noise, like a screwdriver to the head. Das Album ist sehr eklektisch geworden. Jeder der uns kennt, weiß, dass das schon immer so war, aber bei der Songauswahl auf diesem Album sind die Wechsel noch extremer.


Das war jetzt also der Werbeblock fürs neue Album...
Dan: (lacht) Yeah, man - das gehört sich doch auch so!

Stimmt schon. Ihr habt mir vor unserem Interview erzählt, dass ihr euch gerade um die Tracklist fürs Album prügelt. Ist `ne schwierige Sache, oder?

Ben: Ehrlich gesagt ist es ein Albtraum.
Dan: Das ist nie leicht und immer ein Reizthema in der Band. Das - und die Setlists für Live-Shows.
Ben zu Dan: Was meinst du, sollte der Opening Track sein?
Dan zu Ben: Der Opening Track auf dem Album?
Ben zu Dan: Yeah.
Dan zu Ben: Das ist schwierig. Ich würde sagen: 'Head'. Oder 'Once More With Feeling'? Keine Ahnung. Mir wäre am liebsten, wir schreiben die Namen auf Zettel, schmeißen sie in einen Topf, machen eine Auslosung - und schon steht unsere Tracklist.
Ben zu Dan: Meinst du das ernst?
Dan zu Ben: Yeah.
Ben zu Dan: Was wäre, wenn man das bei Pink Floyds 'Dark Side Of The Moon' getan hätte?
Dan zu Ben: Es wäre ein besseres Album geworden.
Ben: Das ist doch mal exklusiv. Fisher erzählt uns, er könne 'Dark Side Of The Moon' besser machen.
Dan: Genau so ist es.

Können wir das hier jetzt als historischen Moment verbuchen? Und in den Credits eures Album vermerken: Der Opening Track wurde in einem Interview mit dem Intro-Magazin entschieden?
Dan: Ja, können wir. Der erste Track wird 'Head' sein. Das habe ICH somit entschieden. (lacht)
Ben: Wir werden noch ein paar Monate abwarten müssen, ob das tatsächlich so sein wird...(Anmerkung des Verfassers: War leider nicht so - der Opening Track wurde 'Damage')

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