
Le Tigre
Breakup - wahr oder falsch?
18.01.2007, 14:15, Text:
Sonja Eismann
Schon länger wird in der globalen Le Tigre-Gemeinde mit schreckensbleichen Gesichtern gerätselt: Hat die Band sich nun aufgelöst, oder doch nicht? Seit Monaten kursieren Gerüchte über den Split des Trios - einmal hat JD aufgrund ihrer Nebenprojekte keine Zeit mehr, dann wieder ist Kathleen Hanna schwanger (habe ich sie doch selbst vor ihrem Köln-Konzert aufmerksam im Kindeserziehungs-Klassiker 'Dr. Spock's Baby And Child Care' lesen sehen - das war allerdings schon 2004). Jetzt meint die Website playlouder.com offiziell Gewissheit zu haben und beruft sich in ihrer Meldung auf die Website von All Tomorrow's Parties: \"The news was revealed on the All Tomorrow's Parties website, where a letter from the organisers revealed who couldn't play, and why. 'There are a lot of bands in there that just wont play,' says the missive, 'i.e LE TIGRE who broke up last year.' So there you have it.\"
Sicher, die News auf der offiziellen Le-Tigre-Site sind nicht gerade \"new\" - 'JDs Lesbian Calendar 2006' ist spürbar länger als eine Weile draußen, und auch Live-Termine werden derzeit keine annonciert. Allerdings setzt das Chicagoer Magazin Venuszine in seiner neuesten Ausgabe Johanna Fateman die Pistole auf die Brust und fragt: Breakup - wahr oder falsch? Falsch! Sagt zumindest Johanna. \"JD [Samson] is on tour with Peaches, and Kathleen [Hanna] did some stuff with Joan Jett. I think we definitely need a break - we were working so hard for eight years straight. We used to always say in interviews that we had these individual side projects, but over time, it became like 'Yeah, in theory, we do other things but actually we don't.'\"
Puh. Außerdem, und das war der eigentlich Anlass des Venus-Artikels, hat Johanna selbst tatsächlich eine Menge zu tun: Sie produziert LIBBER, das neue Projekt von Tracy + The Plastics, und - das ist das wirklich Erstaunliche - sie ist seit kurzem Mitbesitzerin eines Friseurladens in Manhattan. Oder, wie es auf englisch weniger miefig heißt, eines \"salon\" namens 'Seagull '. Der hat seit seiner Öffnung 1971 eine bewegte Geschichte als erster \"unisex barber shop\" New Yorks und soll heute eher als \"eclectic living room with a great soundtrack\" denn wie die reguläre Haarschneidebude rüberkommen. Wer also in nächster Zeit in New York ist, sollte durchaus mal in der 240 West 10th Street vorbeistolpern, denn man hat gute Chancen, von Ms. Fateman persönlich empfangen zu werden - sie arbeitet derzeit selbst an der Rezeption.
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