The Good, The Bad and The Queen

Damons Supergroup ist keine Supergroup

30.11.2006, 17:36, Text: Heiko Behr

Eindrucksvoll. Anders kann man die gesammelte Historie, die da auf der Sofagarnitur im Kölner Hyatt lümmelt, nicht beschreiben: Paul Simonon basste bei The Clash, Simon Tong wohnte The Verve als Gitarrist bei, schließlich Damon Albarn, über den hier wohl nicht viel Worte gemacht werden müssen. Einzig Tony Allen, Afrobeatpionier und Begleiter Fela Kutis, weilt momentan in den USA. Das nenn ich Indie-Supergroup. Allerdings nicht den dreien gegenüber - die mögen das überhaupt nicht. Nein, The Good, The Bad and The Queen wollen nicht einmal mehr \\\\\\\\"Band\\\\\\\\" genannt werden.

\\\\\\\\"Wir sind ja nicht mehr 19\\\\\\\\", grinst Paul mit seiner so charmanten wie charismatischen Zahnlücke. \\\\\\\\"Damals musste man sich noch Namen geben, das ist heute nicht mehr nötig.\\\\\\\\" Damon grinst ebenfalls - auch wenn er diesen Hintergrund schon x-mal zum Besten geben musste: \\\\\\\\"Eigentlich stand der Name für die Platte fest. Was wär das denn bitte für ein Name für eine Band? Wir wollten eigentlich möglichst unprätentiös sein - jetzt kommt es doch wieder prätentiös an, hmmm....\\\\\\\\" Natürlich ist dem Quartett eine gehörige Portion Aufmerksamkeit sicher. Soviel geballtes Indie-Heldentum gibt es ja selten. Mit dem Erwartungsdruck können sie dann aber doch gut umgehen. Nach einer Handvoll Gigs in kleinen Pubs (!) spielte das, nunja, Kollektiv am 26. Oktober im Roundhouse in Camden. In dieser von der BBC organisierten Reihe geht es vor allem darum, unbekanntes Material vorzustellen und die Zuhörerschaft somit auf eine Probe zu stellen. Man konnte der Truppe also quasi bei der, Entschuldigung, Band-Werdung auf der Bühne zusehen. Keine Frage, hier gehen vier gestandene Musiker ein gehöriges Risiko ein, das hätte auch alles in die Hose gehen können. Aber: ging es natürlich nicht. Die Erwartung auf das eben \\\\\\\\"The Good, The Bad and The Queen\\\\\\\\" betitelte Album sind stattdessen noch höher.

Was Damon und Co. ansonsten über China, das Altersgefälle und den Rückzug von den Gorillaz zu erzählen haben - demnächst in eurer Intro.




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