My Chemical Romance

Leben in einer Blase

10.11.2006, 13:57, Text: Michael Schütz

Auf dem diesjährigen Reading Festival konnte man während des My Chemical Romance Gigs ein interessantes Schauspiel beobachten: Ein Teil des Publikums drehte völlig durch, als die Band neue Songs vom 'The Black Parade'-Album spielte, ein anderer Teil buhte und warf mit Plastikflaschen in Richtung Bühne. Sänger Gerard Way sagte anschließend in einem BBC-Interview, es sei trotzdem einer der großartigsten Auftritte ever gewesen. Keine Frage, die Band erzeugt Reibung. Emo-Poser, die zuviel Meat Loaf hören oder eine der spannendsten zeitgenössischen Rockbands - dazwischen gibt es nichts.

Das wissen auch My Chemical Romance. Und während der zweijährigen Arbeit am aktuellen (Konzept-)Album ging ihnen anscheinend ein ums andere Mal der Arsch auf Grundeis – salopp gesprochen. Aus dem Munde von Gitarrist Ray Toro klingt das dann so: \\"There were actually times where I thought, 'Do people even remember us? Are people gonna be interested in hearing what we put out next?' And, you know, there were times I felt like, 'Are there going to be people out there waiting for this record?'. So we kind of live in a bubble, in a sense. We're very closed off to that whole world of thinking about those kinds of things.\\"

Inzwischen lässt sich wohl sagen, dass die Paranoia überflüssig gewesen ist. Die gleichnamige Single 'The Black Parade' landete in UK auf Platz 1, das Album verkauft sich wie geschnitten Brot und das Video läuft bei MTV bald öfter als die Jamba-Werbung. Kein Grund zur Klage also.





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