André 3000

Der gefallene Engel

18.10.2006, 13:10, Text: Heiko Behr
[11 Kommentare]

Bitter. Gerade aus europäischer Warte werden immer wieder Hoffnungen in das etwas andere Amerika gesetzt. Nun gibt es ja reichlich Künstler, die sich mit ihrem Heimatland kritisch auseinander setzen. Auch im HipHop - allerdings passiert das in diesem Genre eher im Unterground, jenseits der Massenmedien und Mainstreamhörerschaft. Eine abseitige Ausnahme bildete bis jetzt immer André 3000 von Outkast. Bis jetzt.

Man könnte ihn einen Crossdresser nennen. Er war mit Conscious Queen Erykah Badu zusammen und zeugte ein Kind mit dem hippiesken Namen Seven. Er wurde von der PETA vor zwei Jahren zum sexiesten Vegetarier gewählt. Im Gegensatz zu seinem Kollegen Big Boi vermeidet er stets die Machismo-Klischees. In einem Interview mit einem amerikanischen Magazin präsentiert er jetzt allerdings eine etwas andere Seite - die uns wohl nicht gefallen dürfte: \\\\\"Of course I carry a gun. I don't advertise the fact, but I need to have a gun with me at all times. I don't see what's wrong with that. To me it makes sense. I don't like to have bodyguards with me. I don't have them in my house, so I've got to have something to protect myself with.\\\\\" Hm, soweit so irritierend. Aber es kommt noch dicker: \\\\\"If I am with my son I am even more concerned to protect myself and protect him with a gun. I would want my son to have a gun when he gets older. It's just something you've got to have if you want to live and be safe.\\\\\"

Eine erste offizielle amerikanische Reaktion von \\\\\"Mothers Against Guns\\\\\" gibt es bereits - es ist ein offensichtliches aber deswegen nicht weniger wahres Statement: \\\\\"Andre 3000 is idolised by large numbers of young children throughout the world. He is glorifying gun culture which has taken over the world and taken our children away from us. To say he is going to encourage his son to carry one around when he is older is despicable.\\\\\" Die Überschrift ist euch zu bombastisch? Zugegeben.




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  • User: dutchman
  • dutchman 18.10.2006 | 13:54:17

    Ach bitte, Emanzipation, Tierliebe und Gewaltfreiheit sind doch keine politischen Ziele, die für sich selbst zu verwirklichen gehen. Gewalt ist doch auch nicht böse. Einfach das Eigentum abschaffen: staatliches Gewaltmonopol. Es gibt keine richtigen Amerikaner im falschen Amerika.

  • hansmoleman 20.10.2006 | 00:55:24
    ...behaupte ich mal so.
    lol
    bei jedem anderen als (pass the) dutchie wär's satire, aber der typ meint's wirklich ernst!!!

  • User: Gandalf
  • Gandalf 20.10.2006 | 01:01:13
    Graue Eminenz
    "Nun gibt es ja reichlich Künstler, die sich mit ihrem Heimatland kritisch auseinander setzen. Auch im HipHop - allerdings passiert das in diesem Genre eher im Unterground, jenseits der Massenmedien und Mainstreamhörerschaft." - eminem, kanye west, public enemy, ...

  • User: JustLikeHeaven
  • JustLikeHeaven 20.10.2006 | 11:40:46

    Jaja, der Unterground, die alte Sau.

  • Chimpie 22.10.2006 | 21:27:21
    "DA!"
    Heißt das nicht Undergrount?

  • Andre_Bijan 22.10.2006 | 23:51:00

    Wenn die Beastie Boys Jüdischer Herkunft mit Islamic boys von A Tribe Called Quest auftreten können, Flavor Flav den James Brown des Rap geben darf, Weißbrot Rapper Eminem white Trash Drama im Kino spielen darf, ein paar Jahre später ihm sein Zieharschloch 50 Cent mit seiner eigenes Rocky-I-Spektakel (scheint ja soetwas wie die Blaupause für alle Rapperfilme zu sein) und ich den ganzen Müll auch noch indifferent und völlig undifferenziert kommentieren darf, dann darf auch Captain Clownskostüm a.k.a wanna be enkel von George Clinton a.k.a Andre 3000 mit ner Wumme durch die Gegend laufen.

    Wie sagte noch irgendjemand nochmal so schön?

  • hansmoleman 23.10.2006 | 23:16:22
    ...behaupte ich mal so.
    was hat andre3000 mit george clinton zu tun? musikalisch bewegt der sich doch eher in prince' fusstapfen...

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