
Cat Power
'I was looking at death. I wanted to die.'
22.09.2006, 13:22, Text:
Daniel Koch
[14 Kommentare]
Auf ihrem letzten Album 'The Greatest', dachte man, Chan Marshall alias Cat Power habe endlich ihren Tritt gefunden. 'We lived in bars and danced on tables' sang sie darauf, und obwohl man wusste, dass sie einst nicht nur auf den Tischen getanzt hatte, sondern oft genug auch heruntergefallen war, merkte man, etwas hatte sich geändert. Das Album, das sie mit Al Greens ehemaliger Begleitband in Memphis aufgenommen hatte, klang größer und graziöser, hatte weniger Brüche, als man das von der exzentrisch bis wunderbaren Chan Marshall gewohnt war. Trotzdem wurde im Juli plötzlich ihre US und UK-Tour abgesagt, aus \"gesundheitlichen Gründen\".
In einem Interview mit der New York Times präsentierte sich Chan Marshall kürzlich mit genau der schockierenden Offenheit, die man an ihren Liedern so liebt: \"I was looking at death. I wanted to die...I asked God, I said, 'I'm tired, I can't do this'. I was asking him to just take me.\" Marshall gestand, dass sie seit ihrer langen Tour im Jahr 1998 alkoholsüchtig war, und dass sie sich nach der Tourabsage in psychiatrische Behandlung begab: \"Even playing all my shows I was always intoxicated, always kind of not there, which led to the depression..It was more about the uncomfortableness with just being in my own skin, and that's why the alcohol was always with me.\"
Die Suchtprobleme und Suizidgedanken scheinen jedenfalls überwunden. Cat Power stürzt sich derweil in Arbeit und hat bereits die Aufnahmen zum neuen Album 'Sun' abgeschlossen. Außerdem plant sie ein Nachfolger zum 2000er 'The Covers Record' mit Songs von James Brown und Billie Holiday.
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blackseven 22.09.2006 | 21:34:29
Hau drauf!
Hey Daniel! Da haste aber ein schönes Bild für die News rausgesucht. Das da mal kein Schnaps in dem Becher ist ;-)
Ne, ich weiß ... Is' nicht lustig.
Bestes,
C.
grosser habakuk 24.09.2006 | 17:45:21
Ich sah Cat Power vor zwei drei Jahren in Frankfurt im Mousonturm bzw. ich sah ein gescheitertes Konzert. Nach wenigen Liedern gab Chan fortan nur noch wirres Gebrabbel von sich u. hatte keine Lust mehr am Singen. Manche waren sauer und wollten ihr Geld zurück. Ein tolles Verständnis von Kunst!
In einem Forum las ich, dass sich wiederum andere über die aufregten die sich aufregten. Nach dem Motto Fanliebe macht blind, mein Lieblingsstar darf alles. Kaum jemand gab einen Kommentar zum nicht übersehbaren Fullsuff von Chan ab u. dann auch noch dieser Verschwisterungsartikel ("Rotwein auf ex ") in der Intro, der mit der Verabredung zum "gemeinsamen Chemienehmen irgendwann in Berlin" endet:
http://www.intro.de/magazin/musik/23016149
Sorry liebe Sandra Grether, aber das was wirklich nichts.
Wie kann man nur so blind sein? Vor allem als Fan einer begnadeten Songwriterin, die eigentlich ein reiferes verantwortungsbewussteres Publikum mit einem ensprechend gereiften Kunst- und Menschenverständnis verdient hat.
Kopfschüttel - hoffentlich kommt sie da gut durch.
fleur de charmeur 25.09.2006 | 02:15:53
Eine glückliche Chan mit den Flaming Lips, "War Pigs" singend:
Austin City Limits
swiss_slacker 25.09.2006 | 08:43:44
Popsau & Chüngelzüchter
ja sterben wollte ich auch schon oft...
Gandalf 25.09.2006 | 16:21:38
Graue Eminenz
wie im entsprecehdne konzert-forum erwähnt sah ich sie dieses jahr. sie hat auch erzählt über ihre probleme , dass sie nie findet sie kling gut, aber 90 minuten eigene und tolle coversongs gespielt und am ende spontan beschlossen am nächsten mittag ein weiteres set zu spielen, was der laden dann ja mitgemacht hat. am meisten hoffnung für sie hat dabei gemacht, dass sei das stück der letzten platte als "i don not hate myself and i do not want to die" gesungen hat. ich wünsch ihr alles gute
umi 25.09.2006 | 18:06:12
EIN KÜNSTLER MACHT DAS AUF DER BÜHNE WAS ER WILL.
ich habe chan marshall auf ihrem konzert 1998 oder so kennengelernt. sie ist nett und hat ein perfektes set gespielt.
EIN KÜNSTLER STEHT IM KONFLIKT MIT SICH SELBST UND SEINER UMWELT. DARAUS ENTSTEHT K U N S T !
hansmoleman 25.09.2006 | 18:28:52
...behaupte ich mal so.
das heisst aber nicht, dass man das mögen muss wenn ein konzert wegen vollsuffs abgebrochen wird.
trotzdem wünsche ich frau marshall nur das beste!
grosser habakuk 25.09.2006 | 23:02:21
Hi Umi,
vielleicht hab ich mich da etwas undeutlich ausgedrückt mit "Ein tolles Verständnis von Kunst!" bezog ich mich auf die Leute, die ihr Geld zurück haben wollten u. nicht auf Chan. Ich kann zwar verstehen, wenn es jemanden nicht passt, wenn ein Künstler sich verweigert u. das erwartet tolle Konzert nicht abliefert. Aber im Endeffekt ist für mich ein Sänger Künstler u. nicht Dienstleister, mit allen positiven wie auch negativen Konsequenzen(s. meine Cat Power Konzerterfahrung). Nur sollte man die Gründe dafür auch nicht gut reden. Drogenprobleme sind einfach ernst zu nehmen, Fantum hin Fantum her, basta.
Ausnehmen davon möchte ich ausdrücklich diese superteueren Konzerte (z.B. Madonna, Stones...), da hört für mich die Kunst einfach auf. Bei soviel Geld wäre ich schon sauer, wenn nichts rüberkäme, aber solche Konzerte gehn mir zum Glück eh am A... vorbei.
radio flokbob 26.09.2006 | 09:31:07
Ich glaub nicht, dass nur die Künstler im Konflikt und überhaupt, dass es einen Konflikt braucht. Zumindest nicht so einen.
"Rotwein auf Ex" war ein fürchterlich teenie-koketter Artikel.
rockmaedchen 26.09.2006 | 14:14:17
Ein weiteres Indiz: The failed Interview auf www.neue-probleme.de!
Lemmi 26.09.2006 | 14:32:48
Das ist allerdings hart. Zur ihrer Verteidigung möchte ich aber sagen, dass sie im selben Jahr ein ganz großartiges Konzert in der Hamburger Prinzenbar gegeben hat.
provinzpalast 28.09.2006 | 01:38:06
in der prinzenbar war ich auch... nikolette krebitz vor mir, die die ganze zeit freunde anrief, um dieses tolle konzerterlebnis zu teilen und nach dem konzert, auf dem weg nach hause chan und band getroffen, bier geteilt, sie hat mir nen bart gemalt und mich geküsst... einzigartiges erlebnis auf jeden fall...
romanka 06.10.2006 | 18:50:48
"Ich sah Cat Power vor zwei drei Jahren in Frankfurt im Mousonturm bzw. ich sah ein gescheitertes Konzert. Nach wenigen Liedern gab Chan fortan nur noch wirres Gebrabbel von sich u. hatte keine Lust mehr am Singen"-------
Kann ich so nicht bestätigen. Ok., es waren wenige Lieder, die sie von sich gab, die hatten es aber in sich. Anfangs ein White Stripes Cover, zuletzt, nach dem besagten Gebrabbel ein unglaubliches Cover von James Brown (glaub ich) mit Band und allem drum und dran. Selten sowas Gutes gehört. Muss man auch mal sagen.
Und mit den Drogen, tja, die kriegt das schon hin. Was soll man da trauern, sie ist ja alt genug. Mich bedauert ja auch keiner. Das wird schon...
Ok, es ist schon blöd, das zu beobachten, besonders bei einer Frau (ist doch so), aber soll man deswegen die Konzerte meiden?
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