
Lily Allen
Wie eine Hure
25.07.2006, 13:13, Text:
Heiko Behr
[21 Kommentare]
Geschäftig eilen aufgestylte Praktikantinnen durch die Halle. Überall flezen sich Menschen auf weißen Sofas. Es wird Tischkicker gespielt. So sieht das hier also aus. Willkommen in den Empfangsräumen von MTV Berlin. Auch ich fleze und warte auf meine paar Minuten mit Lily Allen. Sie flimmert gerade live über den Bildschirm.
Als wir dann in einem winzigen Räumchen nebeneinander auf der Couch sitzen, muss sie erstmal Dampf ablassen. \\\"Mann, das war wieder ein Ding. All diese Fragen zu den ganzen Teeniebands - und ich kenn keine einzige von denen.\\\" Nein, schon nach wenigen Minuten wird klar: Lily Allen ist nicht der typische Popstar mit Perlweißlächeln und belanglosen Statements zu allem und jedem. \\\"Ich fühle mich wie eine Hure\\\", sagt sie und schüttelt den Kopf. \\\"Ich werde überall hinkutschiert und muss dann die immergleichen Fragen beantworten. Hey, dieses Spiel ist für andere gemacht. Ich will doch kein Popstar sein!\\\" - \\\"Ok, aber warum hast du dann bei einem Major unterschrieben, das zieht eben einen Rattenschwanz an Verpflichtungen nach sich…\\\" - \\\"Klar, das weiß ich jetzt auch\\\", sagt die 21Jährige und grinst.
Im Grunde geht es bei Lily Allen auch immer um produktive Missverständnisse. So wie in ihrer Single \\\"Smile\\\", die so leicht über die Lippen geht. In einem englischen Interview erzählte sie dann die Hintergründe dieser süssen Rachephantasie, die aus einem Beziehungsende rührt: \\\"It's a situation many girls will relate to. I was really young and in love. I fell to pieces - trying to make him take me back, trying to make it work. I started to get depressed and anyone who suffers from depression knows that it can soon get so bad that you can't get out of bed. It was then that I checked into the Priory. That was really tough as I was an emotional mess.\\\"
Im Interview mit der Intro erzählt sie mit ähnlicher Offenheit über den Hass auf ihr Management, ihre Liebe zu den Specials und Slits, die Belagerung der englischen Presse, ihren Offenbarungswahn und vieles mehr. In der nächsten Ausgabe.
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hansmoleman 25.07.2006 | 13:58:40
...behaupte ich mal so.
I was really young and in love.
aha... manche sagen ja, dass frauen schneller altern... aber schon mit 21??? wird wohl immer schlimmer mit dem jugendwahn... zum glück hab ich damit nix mehr zu tun...
giggsy 25.07.2006 | 15:43:10
war sie bei mtv??
vor kurzen noch bei myspace voller stolz der neuentdeckung gehört und nun schon bei trl-berlin.
ich geh kotzen.
aber naja, vielleicht sieht man sie mal live??
laetitia 25.07.2006 | 16:08:52
der clip ist doch auf heavy rotation bei VIVA
hansmoleman 25.07.2006 | 16:15:05
...behaupte ich mal so.
stümmt... und wenn man von geheimtipps hört sind es schn keine mehr... ausserdem ist sie ja beim major gesignt... so langsam glaub ich sowieso, dass diese "myspace-entdeckungen" insziniert werden, um vorzutäuschen, dass das weltweit ohne promo kult geworden wär...
laetitia 25.07.2006 | 16:19:49
aber die musik darf ja trotzdem gut sein...
hansmoleman 25.07.2006 | 16:20:32
...behaupte ich mal so.
unbestritten!
hansmoleman 25.07.2006 | 16:21:05
...behaupte ich mal so.
ich meinte laetitia...
laetitia 25.07.2006 | 16:24:51
aber beim video hab ich immer ne träne im auge wegen den armen kerl...
racho78 25.07.2006 | 19:09:30
geheimtipp? das war vor einem halben jahr.
Chimpie 25.07.2006 | 20:49:05
"DA!"
Bei mir ist es erst 6 Wochen her.. kann aber auch nicht jeder so ein Checker sein..
unrayodesol 31.07.2006 | 23:13:05
Too old to die young
Die Geheimtip-Phase habe ich wohl verpasst, nachdem ich den Namen erstmals in einem Newsletter von EMI Frankreich mit dem Betreff "Lily Allen > Premier album déjà n°1 en Angleterre" hörte, der übrigens in meinem Spam-Ordner gelandet war. Anscheinend hört sich für den Spam-Filter von Arcor "Lily Allen" nach typischer Spam-Person an.
Heute habe ich dann sogar ein Lied gehört. Schöne Stimme, aber völlig seichte Autofahrermusik. Von Slits-Einflüssen konnte ich nichts erkennen. Ich frage mich eher warum alle paar Jahre all die Indie-Typen meinen, sie müssten ihre Toleranz gegenüber Hitparadenmusik beweisen und sowas gut finden.
hansmoleman 31.07.2006 | 23:32:04
...behaupte ich mal so.
es gibt vielleicht auch leute, die es einen scheiss interessiert, was man als indie-typ so hören darf und was nicht... bezeichnet sich hier eigentlich irgendjemand selber als indie-typ???
f_ezaffe 01.08.2006 | 10:03:20
nur so durch die blume, wie sich unrayo durch seine kategorische abwertung von 'seichter hitparadenmusik' indirekt als indie-typ ausgewiesen hat. ist ungefähr wie bei spießern, die sich selber nicht 'spießig' nennen, sondern 'normal'.
übrigens gehen in britischen musikforen die indie-typen lily geifernd an die gurgel, weil sie einen reichen daddy hat und es dennoch wagt von ihren problemen zu singen. auch ein standpunkt.
racho78 01.08.2006 | 10:09:42
nunja, sie singt nur von problemchen, das ist insgesamt alles harmlos und nett. vielleicht, vielleicht liegt das ja am "reichen daddy".
Heiko Behr 01.08.2006 | 11:27:26
reicher daddy ist eine spur übertrieben. der hats ja nunmal nicht wirklich geschafft. und immerhin wohnt sie immer noch mit ihrer mutter und geschwisterschar zu hause. wo sie dann täglich von sun-journalisten abgegriffen wird. und müssen in songs wirklich immer die existentiellen probleme verhandelt werden?
hansmoleman 01.08.2006 | 11:29:55
...behaupte ich mal so.
naja, die strokes mussten sich abe rauch einiges anhören wegen ihrer reichen daddies... in der britischen presse pflegt man ohnehin einen sehr füden ton (um das mal vorsichtig auszudrücken) - würde mich nicht wundern wenn das auf die foren abfärbt.
bei unray weiis ich ja, was er meint... manchmal hat das eben auch mit koketterie zu tun wenn sich indie-magazine und meinetwegen auch indie-musiker mit popsternchen schmücken, aber jedem, der musik liebt, ohne sich für die passenden klamotten und acessoirs zu interessieren, dürfte das herzlich egal sein...
Chimpie 01.08.2006 | 11:41:38
"DA!"
Lily Allen ist Hitparaden-Musik? Das ist zwar so gut, dass es sogar die Klingelton-Generation gut finden muss, aber künstlerisch dennoch sehr weit entfernt von Pink und Co..
Für mich eher eine weibliche Mike Skinner, die Dame. So frisch, neu und innovativ wie er mit seinem ersten Album reingeknallt ist damals.
swiss_slacker 02.08.2006 | 23:46:11
Popsau & Chüngelzüchter
ich finde die reggae, ska, dub was auch immer songs ganz gut und ok. textlich ist es absolut nicht meine welt und die spice girls eskapaden noch weniger. trotzdem nettes, bis tolles album. vor allem um einiges besser als der letzte streets output
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