Festivalguide-Ticker vom 23.06.06

Neues vom Haldern Pop, den Stooges und vom Krankenlager

22.06.2006, 17:00, Text: Boris Fust

::: Wenn’s um 51,70 Euro geht: Sparkasse. Dieser Betrag ist nämlich zu entrichten, wenn man den manischen Straßenprediger James Dean Bradfield neben elf The-Bands auf dem Haldern Pop erleben will. Zwar ist das freundliche Festival am nicht weniger freundlichen Niederrhein bereits seit Menschengedenken ausverkauft. Doch in den Tresorräumen der dem Festivalgelände mehr oder minder benachbarten Sparkassen lagert noch ein geheimes Restkontingent von 400 Stück. Die gehen morgen früh in aller Uchte über den Schalter. Also Nachtlager aufschlagen im Geldautomatenraum in Haldern, Rees, Millingen und Emmerich!


::: Die eigenen vier Wände bestaunen dieser Tage nicht nur die Fußballmannschaft des Irans und Michael Owen. Auch zahlreiche Stars aus der Welt der Musik erlitten ein Vorrundenaus. So ist Graham Coxon kein Mitglied des Rheinkultur-Kaders mehr. Dieses Schicksal teilt er mit Coheed & Cambria, die sämtliche Europatermine krankheitsbedingt absagen mussten und auch mental so schlecht zurecht sind, dass sie weder beim Roskilde noch beim Open Air St. Gallen noch beim anstehenden Hurricane-Southside-Match spielen können. Für Coxon kommen auf den Rheinauen nun The Feeling ins Spiel. Verletzungsbedingt ausfallen müssen auch The Subways: Billy Lunn hat Stimmbandprobleme und muss auf einen Einsatz beim Taubertal, Rock Werchter und T in the Park leider verzichten.

::: Das Berlin-Festival indes hat seine Mannschaftaufstellung komplettiert. Neben bewährten Kräften wie den Raveonettes und den Shout Out Louds kommen nun auch vielversprechende Youngsters wie My Latest Novel und Soffy O. an den Start.

::: Das Earthshaker-Fest konnte derweil die alten Recken von Blind Guardian zum Transfer nach Kreuth-Rieden bewegen. Dort spielen sie erstmals ihr neues Album vor, das im Herbst erscheinen soll.

::: Auch die Stooges hat die Reiselust gepackt. Iggy reist mit den Ashetons nach Budapest und verwandelt das Sziget in ein beispielloses „Fun House“. Bleibt zu hoffen, dass auch Mike Watt (man erinnere sich an die Minutemen) wieder zu dem vor einigen Jahren reformierten Outfit gehören wird.

::: Der Reiseverkehr zwischen Dessau und dem Ferropolis-Gelände wird in diesem Jahr deutlich famoser laufen als jemals zuvor. Die Melt!-Macher haben einen Shuttle-Service zwischen Bahnhof, Festivalgelände und Hotels eingerichtet, mit dem sich die Taxis prächtig umschiffen lassen. Ferner gibt es ganz vortreffliche Möglichkeiten, am dritten Juliwochenende nach Dessau zu gelangen.

Mehr aus der Welt der Festivals bietet die Printausgabe des Festivalguide, die es inklusive DVD seit dem 18. Mai im Zeitschriftenhandel und exklusive DVD hier gibt. Über die Neuigkeiten des Tages informiert der Festivalguide auf seiner Spielwiese im Internet.



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