Festivalguide-Ticker vom 07.05.06

Neues vom Rock am Ring, Roskilde und dem Heiligen Geist

07.06.2006, 20:07, Text: Boris Fust, Boris Fust

::: Pfingsten hat die Kirche Geburtstag. Zu diesem Anlass erscheint der Heilige Geist. Viele Menschen glauben das – und lagen in diesem Jahr damit ziemlich falsch. In Wirklichkeit hat nämlich das Album „Master of Puppets“ von Metallica seinen 20. Geburtstag. Daher hatten Metallica ihre Erscheinung auf dem Festivaldoppel Rock am Ring und Rock im Park. Hetfield hatte sich zur Feier der Stunde einen besonders langen und besonders grauen Kinnbart wachsen lassen, der ihn nach gutem alten Straight-edge-Brauch davor bewahren sollte, auch nur einen Tropfen Alkohol zu trinken.

Insgesamt 130 000 Menschen wurden Zeuge, wie Metallica sich durch das komplette „Master of Puppets“-Album spielten. Ihre Gigs erreichten mit zweieinhalb Stunden Spielzeit Springsteen’sche Dimensionen. Veranstalter Marek Lieberberg freut sich derweil über einen Besucherrekord.

::: Einen Kinnbart kann man sich guten Gewissens auch auf dem in gut zwei Wochen beginnenden Hurricane-Festival stehen lassen. Dass man beim stage diving über die Bartfrisur stolpert, braucht man nicht zu befürchten. Denn crowd surfing ist dort in diesem Jahr verboten. Wer’s trotzdem tut, bekommt – weil ja WM ist! – eine „gelbe Karte“ und wird für 24 Stunden gesperrt. Grund für die Maßnahme: Rettungsdienstler hatten darauf hingewiesen, dass die allermeisten Prellungen und Stauchungen durch derartige Aktivitäten hervorgerufen werden.

::: Keine Rücksicht auf Verluste nehmen bekanntermaßen die Eagles Of Death Metal, die Band um QUOTSAs Josh Homme. Dem Klingelton-TV ist das suspekt, weswegen das Vid zu „Midnight Creeper“ gar nicht erst gespielt wird. Den Machern des Highfield ist das alles andere als suspekt, weswegen sie die Band auf der Stelle zum Festival nach Thüringen einluden. Die tat es einer Reihe von prominenten Kollegen gleich und bestätigte umgehend.

::: Daran sollte man sich auch als Festivalgänger ein Beispiel nehmen und gefälligst selbst die ein oder andere festival appearance schleunigst confirmen. Anbieten täte sich da beispielsweise das Obstwiesenfestival in der Nähe von Ulm. Das kostet nichts und lockt unter anderem mit We Are Scientists.

::: Auch ein Ausflug zum Märkischen Ausstellungs- und Freizeitzentrum wäre durchaus überlegenswert. Allerdings ist nicht jeder Zeitpunkt gleich gut. Besonders empfehlenswert für eine Reise nach Falkensee sind der 29. und der 30. Juli. Denn dann lassen sich dort im Rahmen des Berlin-Festivals unter anderem die Raveonettes antreffen.

::: Auch wenn man auf das Erscheinen des Heiligen Geistes länger warten kann als auf Axl Rose (denn der kommt, wie sich beim RAR gezeigt hat): Auf den Heiligen Geist des Weines ist allemal Verlass. Der hat offenbar Besitz von Primal Scream ergriffen, weswegen diese umgehend ein bluesgetränktes Album namens „Riot City Blues“ einspielten. Wo genau diese ominöse Riot City liegen mag, erfährt man bei einem Blick auf die touristischen Sehenswürdigkeiten Dänemarks.

Spannendes aus der Welt der Festivals biete die Printausgabe des Festivalguide, die es inklusive DVD seit dem 18. Mai im Zeitschriftenhandel und exklusive DVD hier gibt. Neues aus der Welt der Festivals gibt es täglich auf der Festivalguide-Homepage.



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