Festivalguide-Ticker vom 05.04.06

Neues vom Melt!, Immergut, Sziget und so. Und warum Musik wie Fußball ist

05.04.2006, 10:00, Text: Boris Fust

::: Das Melt! bekommt nun Warp-Antrieb. Am Steuer des Festivalschiffs: Der helle Wahnsinn in Person von Aphex Twin. Er führt am Samstag, den 15. Juli, die Giants of Warp an, ein buntes Konglomerat an Warp-Labelkollegen. Mit dabei: Nightmares On Wax als Soundsystem, Jamie Lidell und The Battles. Letztere sind zwar Newcomer, aber trotzdem alte Bekannte: Ian Williams schrottete bei Don Caballero die Gitarren, John Stanier bei Helmet die Crash-Becken. Die beiden werden unter Strom gesetzt vom Elektroingenieur Tyonday Braxton, bis Dave Konopka von den Lynx nichts mehr weiß.

Wer wissen will, wie die Heinis vom Melt! immer auf so etwas kommen, werfe bitte einen Blick in den unfassbar neuen Blog aus dem Booking-Büro.

::: Wenig lesenswert sind im Augenblick die Seiten eines sattsam bekannten Internetauktionshauses, auf denen Immergut-Tickets angeboten werden. Dass das kleine Indie-Festival in Neustrelitz inzwischen sämtliche 4.500 Karten unter die Leute gebracht hat, dürfte sich herumgesprochen haben. Betuchte Fans von beispielsweise der Regierung oder auch nur der Mecklenburger Seenplatte zahlen mittlerweile auch mal dreistellig. Vielleicht wird’s ja kurz vor Doors Open am 26. Mai plötzlich billiger ...

::: Die Preise eines Sieben-Tage-Ticket für das Sziget liegen im VVK exakt einen Euro unter dem Dreistelligen. Neuerdings bekommt man dafür auch Ministry, die Scissor Sisters, dEUS, Exploited, Cathedral, Evergrey und Fear Factory zu sehen.

::: Eher „Football Factory“ als Fear Factory gibt es beim Popkick in Berlin-Treptow anlässlich der Großveranstaltung rund um die 22 schwitzenden Männer zu sehen. Damit alles hübsch geschmeidig und der Ball rund bleibt, spielen dort Seeed, Chikinki und die Saian Supa Crew nebst vielen anderen auf.

::: Fußball und Musik werden sich immer ähnlicher. Mittlerweile reichen die Gagen, die Bands für Festivalauftritte bezahlt werden, locker an die Beträge ran, die Rainer Calmund auf seine Schecks kritzelt. Das Forestglade hat – wiewohl ein österreichisches Festival – gegen Fußball gewiss nichts einzuwenden. Wohl aber gegen übertriebene Ablösesummen: Deshalb habe man laut einer Pressemitteilung eine „fällige Neupositionierung“ vorgenommen. Statt der „x-ten Wiederholung der für vernünftiges Geld kaum mehr zu bekommenden angeblichen Superstars“ gibt es nun „wieder spannende Abenteuer in Sachen glaubhafter und angesagter Musik“. Will sagen: Die Intro-Titelhelden The Flaming Lips spielen!

Neues aus der Welt der Festivals gibt es täglich auf der Festivalguide-Homepage.



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