
Einer für alles, alles für einen
U2 gewinnen in fünf Grammy-Kategorien
09.02.2006, 15:32, Text:
Peter Flore,
Peter Flore
\\\\\"Ich danke der Academy für das Erkennen von Talent\\\\\", sprach Bono sichtlich gerührt in das Mikrofon und vergaß dabei nicht, einen hemmungslos weinenden KanYe West an seine Brust zu drücken. Entgegen dem Drehbuch gingen die 48. jährlichen Grammy-Awards letzte Nacht in Los Angeles eher emotionslos über die Bühne. Das Rahmenprogramm wurde aber zumindest eingehalten: Bei den \\\\\"Musik-Oscars\\\\\" siegten mit den Trophäensammlern U2 mal wieder die üblichen Verdächtigen. Der heimliche Favorit für das Album des Jahres, HipHopper und Everybody's Darling KanYe West, ging wie die meisten Buchmacher leer aus - zumindest in dieser Kategorie.
Im Gegensatz zum heimlichen fiel der haushohe Favorit Mariah Carey dagegen recht tief: In acht Kategorien nominiert, bekam die Pop-Sängerin gerade mal drei Awards und das nicht mal vor laufender Kamera. Sie musste sich der Übermacht des heiligen Bono und seiner Band beugen, die ganze fünf Awards mit nach Hause nahmen, darunter die begehrten \\\\\"Album des Jahres\\\\\" (für \\\\\"How To Dismantle An Atomic Bomb\\\\\"), Song des Jahres (\\\\\"Sometimes You Can't Make It On Your Own\\\\\") und bestes Rock-Album. Gewissermaßen der FC Bayern des Pop. Ironischerweise gewann die etwas enttäuschte Carey dabei genauso viele Grammys wie Bono und Co. im vergangenen Jahr - wohlgemerkt für dasselbe Album. Die wiederauferstandenen Punkrocker Green Day heimsten mit ihrem Hit \\\\\"Boulevard Of Broken Dreams\\\\\" den Grammy für die \\\\\"Single des Jahres\\\\\" ein, was Mariah Carey irgendwie nur noch trauriger machte. Jack und Meg White sicherten sich mit ihrem Album \\\\\"Get Behind Me Satan\\\\\" den Award in der Kategorie \\\\\"Bestes Alternative Rock Album\\\\\".
Was hier schon verwirrend klingt, wird bei Kategorien wie \\\\\"Traditional Tropical Latin Album\\\\\", \\\\\"Polka Album Of The Year\\\\\" und \\\\\"Musical Show Album\\\\\" nicht besser: Insgesamt wurden 108 Preise vergeben. Letztgenannte Kategorie konnten im Übrigen Monty Python für ihr Album \\\\\"Monty Python's Spamalot\\\\\" an sich reißen. Wohl dem, der darauf gewettet hat.
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