Wilder, Härter, Mehr

Peaches geht Hardcore - schon wieder

08.11.2005, 15:47, Text: Heiko Behr, Heiko Behr

\\\\"Fuck the pain away\\\\" und \\\\"Shake Yer Dix\\\\". So heißen Songs von Peaches und wer sie schon mal live gesehen hat (ich sage nur: Dildos, Bondagespielkram, Damenbärte), der ahnt: hier bleibt nur wenig der Phantasie überlassen. Oder eben doch so einiges - jenseits aller Genderüberlegungen, die sie eventuell damit aufs Korn nimmt, bleibt bei Peaches immer die Gefahr, zum voyeuristischen Spanner zu werden. Oder ist auch das Teil der Performance? Einerlei. Bei derlei Provokationen stellt sich natürlich nur irgendwann die Frage: wie geht´s jetzt weiter?

Für ihr drittes Album hat die mittlerweile in Berlin lebende Kanadierin erstmal grundlegend ihr Leben geändert.

Dem amerikanischen Rolling Stone erzählt sie, wie sehr sie sich eingelebt hat: \\\\"It was amazing: I had a house, a heated pool and a studio. I'd wake up in the morning, swim and then work on stuff.\\\\" Vielleicht war ihr das alles ein bisschen zu gemütlich. Vielleicht braucht sie neuen Input von außen. Deshalb arbeitet sie jetzt in Los Angeles an ihrem dritten Album nach \\\\"Fatherfucker\\\\" von 2003. Es soll im April erscheinen.

Und sie hat eine Armada von Stars, die sich immer schon als Fans geoutet haben. Logisch, dass sie da begeistert ist: \\\\"It's exciting that I'm branching out.\\\\" Zum Beispiel wird Josh Homme von den Queens of the Stone Age dabei sein. Die als Merrill Nisker geborene Berufs-Provokateurin erzählt: \\\\"There's a solo that I could play but I couldn't play it like Josh. He learned it in a second, and was playing all over it.\\\\" Dazu wird der ehemalige Hole-Drummer Sam Maloney und die ehemalige Mitbewohnerin von Peaches, Feist, mit von der Partie sein.

Grundsätzlich beschreibt sie den Sound für die neue Platte als \\\\"more hardcore\\\\". Mickey Petralia, der sich bereits um Beck kümmerte, hilft ihr dabei. Textlich kann man sich also wieder auf einiges gefasst machen. Ein Beispiel gefällig? Der Song \\\\"Hankie Code\\\\" erzählt über die Sitte, Taschentücher in der Hinterntasche zu tragen, um die sexuelle Ausrichtung zu demonstrieren. Oder aber \\\\"Two Guys for Every Girl\\\\", die Sängerin selbst: \\\\"The lyrics are all real dirty about guys getting down with each other, and then I join in. Everybody fantasizes about the two-girl thing -- to hell! Guys gotta get sexy with each other!\\\\" You go, girl!



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