Ex-Sex Pistol immer noch Sex Pistol

Johnny Lydon zieht musikalische Zwischenbilanz

22.08.2005, 14:19, Text: Heiko Behr, Heiko Behr

\\\\\"Der Ex Sex Pistol John Lydon…\\\\\" - das hasst der Mann. Gleich zu Beginn seiner Biographie schreibt er: \\\\\"FUCK OFF! You don't get an EX Sex Pistol, there's no such thing. And if you think being a Sex Pistols is all there is to Johnny Rotten, well, you've got a lot to learn...\\\\\"

Das also als Warnung vorweg geschickt. Und um allen zu zeigen, dass es da noch soviel mehr gibt, erscheint jetzt eine Compilation mit dem Titel \\\\\"The Best of British 1 £ Notes\\\\\". Auf dieser Zusammenstellung sind Songs von seiner Zeit bei den Sex Pistols natürlich ebenso enthalten wie Material mit Public Image Ltd., Leftfield und Solo-Aktivitäten.

Sogar ein neuer Solo-Song namens \\\\\"The Rabbit Song\\\\\" ist dabei. Unabhängig davon veröffentlicht er auch eine DVD des gleichen Namens, auf der die Videos plus allerhand Bonusmaterial inklusive dreier Sex Pistols-Gigs (allerdings von 1996) enthalten sind.

John Lydon, der vor allem als Johnny Rotten bekannt wurde, war Mitglied einer der sicherlich einflussreichsten Gitarrenbands des 20. Jahrhunderts, den Sex Pistols. Er wurde auf der Straße entdeckt, als er ein selbstgemachtes \\\\\"I HATE Pink Floyd\\\\\"-T-Shirt trug. Der Boutiquenbesitzer Malcolm McLaren lud ihn zu einem Vorsingen ein, bei dem Lydon Alice Coopers \\\\\"Eighteen\\\\\" zum Besten gab. Der Rest ist, nunja, Geschichte. Bereits 1978, nach nur einem Album, implodierte die Band um Johnny Rotten und den charismatischen Sid Vicious.

Und Lydon hat recht, wenn ihn die Reduzierung auf die Sex Pistols so nervt. Tatsächlich formierte Lydon darauf eine weitere prägende Band: Public Image Ltd. (PiL). Trotz aller Forderungen der Fans blieb Lydon der Punkmusik weitestgehend fern - musikalisch. Die Einstellung hat er sich bis heute beibehalten. Auch bei seinen Kollaborationen mit HipHop-Gründungsvater Afrika Bambaataa oder seinen Zusammenkünften mit Leftfield in den 90ern zeigte er, dass er sich in keiner Schublade unterbringen lässt. Wer ihn außerdem noch mal im Fernsehen mitbekommen haben sollte, weiß: unterhaltsam ist er immer noch - auf seine krude Art und Weise. Traurigerweise verbrachte er so auch seine Zeit bei \\\\\"I’m a Celebrity... Get Me Out of Here!\\\\\" und schockierte Fernsehzuschauer mit seinen wohlplatzierten Provokationen. Some things never change.

Hier die Tracklist:
1. Anarchy In The UK
2. Public Image
3. This Is Not A Love Song
4. Open Up
5. Rise
6. Don't Ask Me
7. Seattle
8. Holidays In The Sun
9. Death Disco
10. Flowers Of Romance
11. World Destruction
12. Warrior
13. Disappointed
14. Sun
15. Bad Life
16. Home
17. The Body
18. Cruel
19. God Save the Queen
20. The Rabbit Song



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