Und wenn ein Lied...

MTV Campus Invasion Regensburg

22.06.2005, 15:22, Text: Henrik Hamelmann, Henrik Hamelmann

...mit Madsen, Sugarplum Fairy, Mando Diao, Juli und den Söhnen Mannheims

18.06.05, Regensburg, Universität.

Mittlerweile hat es sich auch schon bis zu uns Westdeutschen rumgesprochen: Auf den Straßen Bayerns weht ein anderer Wind. Keine Luschi-Verkehrsstreifen, sondern noch richtige Polizisten mit Bart und ordnungsgemäß martialischer Bekleidung. Aber selbst die konnten eine kleine Intro-Crew nicht daran hindern, die erste Campus Invasion des Jahres zu besuchen. Denn zum einen war es dort ausverkauft, also knüppelvoll mit potenziellen neuen Bekanntschaften, zum anderen bot sich das Line-Up geradezu dazu an, seine eigenen Vorurteile zu unter- oder widerlegen.

Schließlich gaben die anwesenden Acts nicht nur ihre neusten Songs zum besten, man konnte sogar auch noch bei öffentlichen Pläuschen am MTV-Interviewzelt dabei sein. Und das bei hochsommerlichen Temperaturen, die wir auch mal wieder gut gebrauchen konnten.

Eigentlich sind Open-Air-Festivals an einem Nachmittag, mit 5-8 Bands, genau die richtige Größenordnung für Leute, die sich nicht gerne übermäßig schmutzig machen. So wie wir. Schön auch, dass Madsen als Opener relativ pünktlich loslegten und ihren Überhit 'Immer Mehr' nicht zu lange zurückhielten. Wer so einen Song schreibt, kann jegliche Kritik furchtlos an sich abprallen lassen. Einen solchen Ohrwurm haben Sugarplum Fairy meines Wissens noch nicht vorzuweisen, trotzdem waren die Publikumsreaktionen bei ihnen und ihren Verwandten von Mando Diao beträchtlich. Juli überzeugten danach mit ihrem zweifellos guten Song 'Geile Zeit' und noch besserem Sandra-Nasic-Posing der Sängerin. Und bei den Söhnen Mannheims durften sich dann wieder unter dem Segen von Xavier Naidoos großartiger Stimme mittelalte Männer aus der Kurpfalz gegenseitig abfeiern. Aber auch deren letzte Single hält sich ja beständig und ohne große Widerstände in den Gehörgängen. Am Ende konnte man sich dann von Cannon noch ein Photo zusammen mit seinen persönlichen Helden ausdrucken lassen, ein nettes Gimmick, das wohl auf den weiteren Campus Invasions und einigen anderen ausgewählten Festivals noch zum Einsatz kommen wird. So hinterließ der Einstand der Campus Invasion 2005 denselben Eindruck wie in den Jahren zuvor: Sie ist ein netter Tag an der Sonne, für wenig Geld, gut organisiert und mit Bands, die man meistens auf jeden Fall mal gesehen haben möchte. Und wer in den Tagen danach einen gut gefüllten Clubgig besuchte, der bekam sogar schon wieder ein bißchen Sehnsucht: Nach Regensburg.



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