Zum Ende der Libertines

Carl Barat spricht über Hintergründe

06.01.2005, 16:25, Text: Carsten Schumacher, Carsten Schumacher
[21 Kommentare]

Ihr letztes Konzert spielten die Libertines am 17. Dezember im Pariser 287 Club gemeinsam mit der sich ebenfalls von der Bühne verabschiedenden P.J. Harvey. In Frankreich? Ganz England steht noch immer Kopf, geht es um die Libertines und ihren durch Drogen entfremdeten Gitarristen Pete Doherty, doch der Vorhang fällt ausgerechnet jenseits des Kanals. Gegenüber dem britischen NME berichtet Sänger und Gitarrist Carl Barat nun, dass dies ganz bewusst so gewählt wurde (\\\\\"I'm English… contrary to popular belief!\\\\\"), um die Gefühle des ehemaligen Co-Frontmanns Doherty nicht zu verletzen, denn schließlich war es die gemeinsame Band, die dort zu Grabe getragen wurde.

\\\\\"I didn't want to rub it in his face. I believe I've done the right thing. I hope he understands it.\\\\\", erklärt Barat die sicherlich unpopuläre Entscheidung.

Bereits vor Wochen hatte Barat das kommende Ende der Band angekündigt (wir berichteten). Bis zu einem gewissen Zeitpunkt konnten die Fans noch darauf hoffen, dass Pete Doherty seine Drogeneskapaden (bitte zu dem Stichwort einfach \\\\\"Doherty\\\\\" in unsere Suche eingeben) auf ein erträgliches Maß reduzieren und die Band ihn wieder aufnehmen würde, doch Anzeichen gab es dafür keine. Live konnten die restlichen Libertines kaum verbergen, dass sie nicht vollzählig waren, Carl Barat war dies zu jeder Zeit bewusst. Ein weiterer Punkt war außerdem, dass bei ihm, wie jetzt bekannt wurde, ein Tumor hinter dem Ohr gefunden wurde. Von \\\\\"an ongoing problem with my health\\\\\" hatte er zwar selber gesprochen, wurde dabei allerdings nie konkret. Seine näheren Ziele sind daher eher persönlicher Natur: Zunächst die notwendige Operation, dann eine Wiederbelebung seiner Freundschaft mit Pete Doherty - ganz ohne die Zwänge des Musikgeschäfts. \\\\\"I intend to contact Peter. I'd like to embrace him on a level of friendship and maybe…. I don't want him thinking I'm avoiding him… I want him to remember I love him. I get upset when he says things (to the media) that make me sad. I read it. And he knows I read it. I feel nothing evil towards Peter. I get angry sometimes but I know better than to spread it to the rumour mill and the gossipers, like some kind of virus.\\\\\"

Was wird werden? Pete Doherty ist derzeit mit seiner neuen Band Babyshambles in England erfolgreich ('Killamangiro', 'For Lovers'), spielte jüngst vier Konzerte in einer einzigen Sylvesternacht und löste damit Beatles-mäßige Tumulte aus. Libertines-Bassist Peter Hassall hat gerade eine Band namens Yeti gegründet (O-Ton Carl: \\\\\"I'd do exactly what he's doing\\\\\"). Und Carl Barat trat völlig überraschend vergangenen Monat mit einem Allstar-Projekt namens The Chavs auf (wir berichteten), über dessen weitere Zukunft jedoch weiter nichts bekannt ist. Allen gezwungenermaßen enttäuschten Fans hinterlässt er zum Abschied: \\\\\"It's your turn, really. All the people who've come to our gigs and picked up a guitar, all the people who say they've liberated themselves… I look forward to what you come up with.\\\\\"



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  • User: murmur83
  • murmur83 06.01.2005 | 18:04:42

    ...meine chance sie jemals live zu sehen. aber ohne pete wäre es sowieso nicht dasselbe gewesen.
    sie werden mir fehlen, die guten...

  • User: Convenience
  • Convenience 06.01.2005 | 18:08:53

    ich habe es kommen sehen, die libertines trennen sich und bilden komische bands, die wenn überhaupt nur eine one hit wonder band werden.
    nach 15 jahren versuchen sie dann krampfhaft ein comeback,weil sie ihr ganzes geld für kokain oder sonstige suchtmittel ausgegeben haben und keinen anderen ausweg sehen, um besser an geld zu kommen. es wird nicht klappen (siehe guns n roses, etc.)
    schade schade schade, aber so sieht anscheinend das ende für jede rockband aus :-((

  • User: Sonja Müller
  • Sonja Müller 06.01.2005 | 18:10:22

    pete doherty ist ein blöder idiot. der hat mich im letzten jahr noch mehr genervt als lukas hilbert oder wie die pfeife heißt.

  • User: miss_blue
  • miss_blue 06.01.2005 | 18:27:42
    Selectively blind
    na, das lasst mal nicht seine mutti hoeren. sonst ruft die wieder irgendwo an und heult ein bisschen rum, dass ihr pete doch ein ganz anstaendiger und vor allem hochgradig sensibler junge ist.

  • User: Fevers and Mirrors
  • Fevers and Mirrors 06.01.2005 | 19:20:20

    zum artikel:
    was haben die babyshambles bitte mit "for lovers" zu tun??? oder hab ich was verpasst?

    ansonsten sehr schade, aber alle beteiligten sind noch sehr jung. abwarten.

  • User: rubberchickenrobot
  • rubberchickenrobot 06.01.2005 | 19:53:35

    ich find die libertines ungefähr so spannend wie die zweite strokes platte. scheint der grund zu sein, warum sich meine aufruhr in beschaulichen grenzen hält.

  • User: butz77
  • butz77 06.01.2005 | 20:42:52

    Hervorragende Songs haben die Jungs ja rausgebracht, keine Frage. Aber in diesem Genre gibt es massenhaft gute Bands, somit ein äußerst geringer Verlust.

  • Son of Godiva 06.01.2005 | 20:52:33

    Alles falsch.

    Deren zweite Platte ist das süsseste, kindlichste und somit aufrichtigste Rockalbum aller Zeiten. Von sowas träumt selbst Lou Reed noch heute heimlich.

  • girlinaflowerdress 07.01.2005 | 02:01:18

    ich bin traurig drüber. das war ne großartige band! ich finde das 2.album sehr sehr gut und fand auch, daß sie sich von den massen der ´gleichgesinnten´ bands abgehoben haben. schade auch um pete, wär schön wenn er doch noch die kurve kriegt.

  • User: punkrockbarbie
  • punkrockbarbie 07.01.2005 | 10:23:40

    was für ein alberner zirkus. und alles nur unsretwegen.
    ich hatte auch lust auf ein drittes album von ihnen und bin enttäuscht. aber kann man denn in england nicht gute musik machen, ohne dem irrglauben aufzusitzen, das ganze ruhm-dingens funktioniere nur über autoaggression? dumme kleine jungs.
    gute musik.
    schade schade schade.

  • User: RagingPenguin
  • RagingPenguin 07.01.2005 | 10:27:22

    Hab' mir ein paar Songs angehört und war mäßig begeistert. Sicher, die Typen schienen gut gewesen zu sein, keine Frage. Und live hätte ich die auch gerne gesehen. Aber dieser schrill tönende Abschiedshype...naja. War diese Band wirklich sooooo gut? Oder ist es eher so, dass es mal wieder eine Band geschafft hat, dem Schwarzen Mainstreamindustriemusikloch zu entkommen und für eine Weile seinen eigenen, eigenständig glitzernden Stern jenseits assimilierter Musiksysteme zum Leuchten gebracht zu haben, bevor es irgendwann (vermutlich spätestens in zwei Jahren) von selbigen Loch aufgesogen, ausgesogen und wieder ausgespuckt zu werden?! Diesem Schicksal hat sie sich allerdings durch vorzeitiges Verglühen entzogen. Das eine Band dies geschafft hat, ist löblich und bereichert die sonst zu 99 % von stumpfsinniger Eintönigkeit geprägte Musikwelt. Trotzdem sollte man dies nicht mit musikalischem Einfallsreichtum und strukturbrechenden Klangrevolutionen verwechseln...die kommen dann doch von anderen, sorry.

    P.S.: Zu diesen anderen zählen NICHT: The hives, the strokes, Black Motor Rebel blablabla, und wie sie sonst noch alle heißen.

  • User: naadine
  • naadine 07.01.2005 | 10:36:33

    Seh ich genauso.Nur dass ich die Musik auch noch als völlig belanglos empfinde.

  • User: Convenience
  • Convenience 07.01.2005 | 13:49:25

    sie waren die schönste nebensache der welt :-)

  • User: hunky Dory
  • hunky Dory 07.01.2005 | 19:15:14

    über diese band wird man in 20 jahren noch reden...sie sind einfach einzigartig!!

  • User: Sonja Müller
  • Sonja Müller 07.01.2005 | 20:55:02

    ich finde die alben auch beide sehr, sehr gut. trotzdem kann man zu recht genervt sein.

  • Psychocandy 07.01.2005 | 21:49:00

    über diese band wird man in 20 jahren noch reden...sie sind einfach
    einzigartig!!'

    nö, warte einfach bis uns der nme die nächste sensation verkauft.

  • Son of Godiva 08.01.2005 | 13:05:11

    Das Dumme an der Situation ist, für die derzeitig herrschenden Verhältnisse in der Poprock-Musik _ist_ diese Band ausnahmsweise mal eine Sensation, so vermeintlich uncool kindisch (das mit Sicherheit) ihr Verhalten auch rüberkommen mag.

    Mir ist das immer noch lieber als dieser ganze immer weiter in dumme Bröckelchen zerfallende Macho-Rock-Götter-Furz, aber eine echte Frau steht da natürlich ebenso wenig drauf wie ihr hechelndes Gefolge.


    Aber gut nun, man darf bei denen nur hoffen, dass dieses Theater auf lange Sicht nicht zu derbe Schäden anrichtet. Wenn der Drops gelutscht wurde und man die Jungs überall nur noch ausspuckt. Obwohl, dann werden's ja endlich Männer!

  • Son of Godiva 08.01.2005 | 13:10:51

    Oder auf deutsch, wer Lemmy Kilmister Angus Young vorzieht, ist lange nicht richtig geliebt worden.

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