
Dropping the Pops
Chartshow wegen schlechten Quoten verlegt
02.12.2004, 14:42, Text:
Pascal Blum,
Pascal Blum
[4 Kommentare]
Wenn Medienexperten vom Ende einer Ära sprechen, dann hören wir von Intro immer genau hin. 40 Jahre lang trieb Top Of The Pops auf BBC sein Unwesen, letztes Jahr versuchten die Sendemacher das Chartvehikel noch mit einem Relaunch auf den richtigen Weg zurückzubringen – ohne Erfolg. Weniger als drei Millionen Zuschauer bedeuten Konsequenzen. Die Sendung verlässt ihren Sendeplatz am Freitagabend und wird ab Frühjahr 2005 in einen Sonntagabend-Slot beim Schwestersender BBC2 weitermachen. "We want to make it bigger and better so that it becomes the ultimate pop music show for music lovers of every generation", so das geschönte Votum eines BBC2-Mannes im Guardian.
Bei BBC2 wird die Show in das bereits bestehende Spin-Off-Format Top Of The Pops 2 eingemeindet, das sich hauptsächlich aus dem eigenen Archiv bedient und auf eine ältere Zielgruppe zugeschnitten ist. Die neue Show sendet deshalb auch einen Mix aus aktuellen Charthits und Klassikern. Ergänzt wird die Neuausrichtung durch das Hausradio Radio 1, das die Sendung in die eigene Hitparaden-Show integrieren wird - "even more of a weekly, live musical event" heißt das dann korrekt. Die BBC selbst sieht die Gründe global: Weil die Chartshow an den Singlemarkt gebunden und dieser seit einiger Zeit am Einbrechen ist, sei eine Neuausrichtung unausweichlich. Die BBC-Zuschauer sehen es etwas anders: “You have to take into account the fact that modern pop music is fundamentally boring. Add that to tedious interviews and you are guaranteed a declining audience. Time to retire it gracefully.“ Die Produktionsfirma MME, die für RTL Top Of The Pops produziert, sieht bislang keinen Änderungsbedarf: "'Top of the Pops', 'The Dome' und die 'Bravo- Supershow' sind für die jugendliche Zielgruppe must-see-tv-events."
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oteka 02.12.2004 | 23:04:54
hö? was willst du denn?
the dome und top of the pops
sind hierzulande doch nix
weiter als ne dudelstation für
von rtl und anhang
zusammengecastete
kindergarten chartstürmer.
irgendwie schaffen die es immer
einen aus dieser horrorbrigade
in den sendungen
unterzubringen, sei es als neuer
hoffnungsträger der trendcharts
oder ähnlichem unfug.
everpure 07.12.2004 | 14:26:50
selbst wenn der single-markt so sehr eingebrochen ist, wie immer wieder behauptet wird: das problem liegt doch noch ganz woanders. warum gibt es denn auf den klassischen musiksendern immer weniger musik zu sehen und hören? doch nicht, weil prinzipiell weniger musik gehört und "konsumiert" wird, sondern weil die sender immer weniger zuschauer haben. und warum? "modern pop music is fundamentally boring" tja...
Reverend 07.12.2004 | 14:35:33
war immer aufrichtig
Ich kann nichts Schlimmes darin sehen, wenn eine Säule dieser beschissenen, dummen Industrie nach der anderen in sich zusammenfällt. Hoffentlich erwischt es bald auch die Fahrenkoks-Petersens, Hilperts und Bohlens.
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