Wir sind die Popkomm. Aus Berlin.

Nachlese

06.10.2004, 15:09, Text: linus volkmann, linus volkmann
[7 Kommentare]

Letztes Jahr war es dann soweit, das Aus der Popkomm in Köln war verkündet. Nach Jahren der Verschmälerung, nach Jahren des Regress schien das zwar immer noch schmerzhaft, aber letztlich doch unvermeidlich. Alles ging und geht nach Berlin. Dieser Sog macht ja schon Angst, wenn man sich erlaubt, überhaupt noch in der Peripherie aktiv zu bleiben. Da klang die schnell getätigte Beteuerung, dass Köln eine neue, eine andere, ähnliche Messe bekommen würde, schon fast etwas verzweifelt. Die c/o Pop, die sich eher auf elektronische Musik, Kölns großen Platzhirsch, konzentrieren sollte. Nun ja, so liefen die Annoncierungen 2003. Leicht misstrauisch erwartete man die Popkomm in Berlin und die c/o Pop in Köln.

Mittlerweile ist letztere ja schon längst und durchaus erfolgreich vom Stapel gelaufen, da war die Reise nach Berlin quasi eher die Kür.

Die Messe. Erstreckte sich über drei Hallen, durch die Verschachtelung von Räumen und Fläche blieb der ewige Vergleich \\"letztes Jahr waren es aber mehr Aussteller und weniger blinde Flecken\\" zumindest visuell auf der Strecke. Die Hallen waren laut und bunt – wirkten vermutlich so, wie sich Xavier Naidoo Babylon vorstellt. Statt wie bei der 'Bread And Butter' jedem Label über die Gesamtanlage eine Stunde DJ-Zeit zuzuteilen, durfte jeder wieder sein Kofferradio, seinen Künstler mit der Gitarre oder seine Boxen am Stand bemühen. Furchtbar eigentlich. Für mich, in meiner Funktion als verdammter Indie-Pop-Heini und Musikjournalistennerd, muss ich natürlich auch sagen, dass viele unserer Klienten, seien es andere Magazine oder auch Labels und Co., nicht mit Stand oder gar Präsenz vor Ort waren. Dass BMG oder Emi nicht da waren, fiel sicher den meisten auf. Aber dass von Lado bis Tapete keiner auch nur daran dachte, die Mieten zu entrichten, muss man schon schade nennen. Der Berlin-Relaunch funktionierte sicher für die Messe als solche. Aber die kleineren und auch mittleren Labels sind längst nicht mehr Zielgruppe und haben sich mit Events wie der Pop-Up-Messe in Leipzig längst neue Orte des Austauschs geschaffen.

Die Konzerte. Sehr viele Veranstaltungen hielten die Tage über Hof. Viele hatten sich auch drangehängt, waren gar keine offiziellen Popkomm-Events. Dennoch schien die Sorge, dass wegen Überangebot alles halbleer bliebe, zumindest nicht bei den geilen und halbwegs geilen Events zum Tragen zu kommen, die wir vom Intro besuchten. Mitunter stand man sogar arschlange an. Gespielt haben viele, viele, zu viele, mein Highlight ganz sicher Le Tigre zusammen mit den Hidden Cameras.



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  • Biz_Kid 06.10.2004 | 21:01:22

    Leicht lädiert von der
    großen
    Geldverbrennungsmaschin
    e zurück. Die Camping-
    Area fand ich arg an den
    Rand gedrückt und wenn
    man bei De-Bug keinen
    kennt, spielt man auch
    nicht Tischtennis. Recht
    lieblos diese Halle. Der
    Rest teilte sich in Music
    from (Sweden, Finland,
    Germany...) und
    diversesten Dienstleistern.
    Selbst die Firma Shape-CD
    hatte noch einen Stand.
    Als Anlass zum
    Wiedertreffen gerne, aber
    muss das dann im
    äußersten Westen in der
    Messe sein. Abends
    komplett mit dem Über-
    Überangebot an Konzerten
    überfordert. Jede Pommes-
    Bude und sein Bruder
    hatten noch einen Act/Dj
    aus dem Hut gezaubert.
    Too much, too many
    people.

  • schunkel 07.10.2004 | 08:54:29

    sehr schwammige nachlese, was genau war denn so toll?

  • User: metalmickey
  • metalmickey 08.10.2004 | 13:41:01

    daß von lado bis tapete keiner da war, ist schade zu nennen? ich nenne es konsequent und sympathisch! (und die begründung wird ja im nächsten satz eigentlich gleich mitgeliefert!)

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