Eat this!

Wen rettet Blu Ray?

23.09.2004, 16:17, Text: Carsten Schumacher, Carsten Schumacher
[6 Kommentare]

In Japan wurde eine 200-GB-Version des neuen Blu-Ray-Formats entwickelt - ein Silberstreif am Horizont für die ausblutende Musik-Branche? Neue Datenträger-Formate sind immer wieder ein Segen für die Industrie, die selbige unter höchstem Lobpreis ihrer neuen Möglichkeiten vermarktet. Als das Radio z.B. den Schellack-Absatz immer weiter einknicken ließ, kam plötzlich die Erfindung des Vinyl, damit High Fidelity, ging über in Stereo, hallo CD, hey DVD …und jetzt? Na Blu-Ray, das wissen mittlerweile nicht nur die Cracks, da passt eine Menge drauf. Aber schön der Reihe nach, ist ja alles Zukunfts-Musik.

Es waren mal wieder Sony, die uns Entertainment-hungrigen Hardware-gierigen Geizistgeil-Konsumenten eines neues Götzenbild schnitzten.

200 Gig - wow! Mittlerweile muss man sich ja überlegen, was da noch veröffentlicht werden soll. Die Analysten der Computerzeitschrift c't haben ausgerechnet, dass auf eine der neuen, achtlagigien Blu-Rays, wie sie da vorgestellt wurden, bei größtmöglicher Qualität und Bitrate immer noch zehn Stunden hochauflösender Videos (HD-TV-Qualität) passen. Was bedeutet das für das Musik-Segment? Selbst wenn man alle Frequenzen draufpackt, die das menschliche Ohr zu hören gar nicht im Stande ist, wäre höchstwahrscheinlich noch Platz für das ganze Lebenswerk einzelner Künstler plus deren lebensgroßer Holographie zum Download für's Wohnzimmer.

Und so wird's wahrscheinlich kommen. Hey, sie haben etwa noch gar nicht ALLE Platten von Aretha Franklin?!? Na auf unserer Blu-Ray gibt's die vollständige Diskographie inklusive einer Dokumentation ihres Lebens in zwanzig Folgen und alles zusammen in künstlichem Dolby-Surround. Wer würde da nein sagen? Doch zunächst soll die vierlagige Variante eingeführt werden und zwar im Jahr 2007, wenn der Markt für DVDs gesättigt ist. Wahrscheinlich hat das Internet dann heute kaum vorstellbare Möglichkeiten entwickelt und das Urheberrecht ist bei Korb 20 angelangt. Bei Einführung der jüngst präsentierten achtlagigen Blu-Ray dürfen wir Sonic Youth im Plattenladen unter \\"historische Aufnahmen\\" suchen und müssen feststellen, dass wir sie Zuhause zwar auf CD, DVD und der vierlagigen Blu-Ray besitzen, aber eben noch nicht achtlagig. Ein Kaufargument, oder nicht? Mal sehen, wer dann noch damit gerettet wird.



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  • addictedTOchocolate 24.09.2004 | 10:12:45

    oh man, wer brauch das?

    den meisten reicht doch ein 192er file aus dem netz, für'n MP3 stick, Autoradio, für Winamp/ PC, fürs Küchenradio und Hintergrundbeschallung im Cafe.

  • buenaventura 24.09.2004 | 10:18:38
    hashomer
    @schokofritze: leg endlich mal ne neue platte auf. oder besser noch: gar keine.

  • User: Wolpers
  • Wolpers 24.09.2004 | 10:54:14
    --N--- --N----N---
    ist blu-ray denn als dvd-nachfolge-standard ueberhaupt schon durch? scheint eher ein sony-alleingang...

  • addictedTOchocolate 24.09.2004 | 19:32:20

    @buenaventura: Thema verfehlt. Du sollst keine Haltungsnoten vergeben sondern wir wollen Deine Meinung, Vorschläge hier hören ;-)

  • ericstrip 24.09.2004 | 19:46:38
    Trabibändiger
    Ich stimme dem Artikel zu. Ich brauch das auch nicht. Auch wenn ich weiß, daß ich damit wahrscheinlich unmodern rüberkomme. Wer hat denn wirklich was von diesen überfetteten Datenbergen? Das sieht man ja schon bei Computerprogrammen, die mit jeder neuen Generation mehr aufgebläht werden, damit die Kunden ja auch neue Hardware kaufen. Im Entertainmentbereich gibt es eine Inflation immer neuerer digitaler Medien, alle paar Jahre gibt es was neues und das Alte kann man dann wegwerfen (ist ja momentan mit der CD so, die immer mehr aus den Regalen verschwindet, aber die konnte man eigentlich ohnehin schon immer wegwerfen). Es sträubt sich schon sehr in mir, da mitzumachen, muß ich sagen.

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