Filmstarts der Woche

Ab dem 26.08. im Kino

25.08.2004, 20:28, Text: Markus Hockenbrink, Markus Hockenbrink

Butterfly Effect
R: Anders Thomas Gruber, Eric Bress; D: Ashton Kutcher, Melora Walters, Amy Smart, Elden Henson etc.
Worin Ashton Kutcher entdeckt, dass er kraft seiner Gedanken die Vergangenheit verändern kann. Neid! Doch statt diese Gabe für 1001 tolle Ideen zu nutzen, verhaspelt sich der wohlmeinende Beau bei mehreren Versuchen, die Schicksale seiner Loved Ones auszubügeln. Die Moral dieser Careful-what-you-wish-for-Story scheint zu sein, dass Menschen einfach scheiße sind, was angesichts der märchenhaft-oberflächlichen Natur des Films sogar noch irgendwie knusprig und charmant formuliert wird. Vielmehr als eine aufgemotzte Twilight-Zone-Epiode ist das unter dem Strich aber nicht, und meine Einstellung zu Schmetterlingen hat sich auch nicht geändert.

Da könnte ja jeder kommen.

Die Geschichte von Marie und Julien
R: Jaques Rivette; D: Emmanuelle Béart, Jerzy Radziwilowicz, Anne Brochet etc.
Uhrmacher Julien findet in der rätselhaften Marie einen auf den ersten Blick verlässlichen Partner bei den Erpressungen, zu denen er sich aus irgend einem Grund veranlasst fühlt, aaaber dann... Verzeihung, wenn sich das nach Spannung anhört, denn der zweieinhalbstündige Film des Nouvelle-Vague-Veteranen Rivette \\\"spürt dem Moment nach\\\", wenn er seine Figuren mit einigem Anlauf gegeneinander prallen lässt. Da wird dann gerne auch visuell nichts gesagt, verschiedenes gezeigt, und ganz sicher viel angedeutet. Und im Foyer trifft man mit fortschreitender Dauer garantiert jemanden, mit dem man sich über Chabrol unterhalten kann.

Girls Club - Vorsicht Bissig!
R: Mark Waters; D: Lindsay Lohan, Rachel McAdams, Lacey Chabert, Amanda Seyfried etc.
Schon wieder ein Jungmädchenfilm, schon wieder Lindsay Lohan, schon wieder gar nicht schlecht. Diesmal kriegt es das neue Girl an der Schule gleichzeitig mit der In-Crowd und der Loser-Clique zu tun - aber sie hat eine eigene Meinung. Pluspunkte im Pre-Teen-Vergleich gibt's für ein Mehr an Frechheit bei sinkendem Konsumterrorismus und eine nicht mal uncoole Ansprache, die der versammelten Bande auf und vor der Leinwand die Errungenschaften der Emanzipation näher bringt. Kein 'Heathers', aber die kleine Schwester.

Metallica - Some Kind of Monster
R: Joe Berlinger, Bruce Sinofsky; D: Metallica, Dave Mustaine etc.
Der Film, an dem sich jede Rockumentary messen lassen muss, heißt ja immer noch Spinal Tap, und die Band gibt's ja eigentlich gar nicht mal echt. Diese üppige Langzeitdoku vom Paradise Lost-Team ist jedoch, um es kurz zu machen, auch fantastisch gelungen, unzensiert, ungeschminkt und manchmal schmerzhaft. Schmerzhaft lustig. Die meisten Rockstar-Klischees werden hier nämlich noch einmal cool getoppt, Egotrip und Psychotherapie werden lässig mitgenommen, und die Hobbies der Jungs sind alle mal total schön bescheuert. Das größte Kompliment machte dann auch der Metalhead neben mir im Sitz: 'Meine Fresse, die SIND JA WIRKLICH SO!' For real, true metal kings.

Never Die Alone
R: Ernest Dickerson; D: DMX, David Arquette, Michael Ealy Reagan, Gomez Preston etc.
Wer sein Geld darauf gewettet hat, DMX nie in einem vernünftigen Film zu sehen, kriegt hiernach zwar nicht unbedingt seinen Einsatz zurück, kann aber wieder selbstbewusster mit seinem Buchmacher verhandeln. Denn 'Never Die Alone', die brutale Geschichte eines gewissenlosen Drogenbarons, bietet im Gegensatz zum Actionthriller von der Stange ein erkennbares Drehbuch und die Handschrift eines autonomen, wenn auch zutiefst misanthropischen Autors. Wenn jetzt bloß noch John Dahl Regie geführt hätte...



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