Totwunsch

Morrissey versauert US-Fans

11.06.2004, 16:00, Text: Pascal Blum, Pascal Blum
[12 Kommentare]

Morrissey hat Stunk gemacht. Bei einem Dubliner Konzert informierte er sein Publikum über das Ableben von Ronald Reagan, wünschte aber auch sogleich George W. Bush den Tod: \\"Bush should have died, not Reagan.\\" Die Iren fanden es lustig, ein Sprecher rechtfertige den kleinen Spaß mit ”he is no stranger to controversy” und die Webseite der Manchester Evening News, auf der schließlich der Artikel darüber zu lesen war, verzeichnete sehr viele Klicks. Dort posteten aber dann sogleich verärgerte US-Bürger aus obskuren Bundesstaaten ihre Meinungen hinein – so viele, dass die Diskussion mittlerweile geschlossen wurde.

Natürlich gibt es viel bessere Bush-Witze, als ihm den Tod zu wünschen. Aber offenbar stehen die amerikanischen Morrissey-Anhänger dem Sänger in Sachen Humorlosigkeit in nichts nach: “Ron Reagan, as President, would have kicked your local ’legend's’ ass up between his eyeballs for the comment about Bush“ meinte jemand ähnlich aggressiv. Und natürlich mussten wieder mal die transatlantischen Reibereien herhalten: “I certainly hope this attitude does not apply to the majority of Ireland and UK residents, but it does make one wonder just how ignorant the Euros are these days.“ Sehr schlechter Geschmack ist der Tenor, sogar im offiziellen Morrissey-Forum haben sich ein paar kritische Stimmen zwischen die Hardcore-Fans getraut.

Was bleibt? Vielleicht entdeckt ja Michael Moore die Smiths, obwohl nicht mal er Bush denn Tod wünschen würde. Denn die Einsicht, dass ein toter Präsident nicht immer hilft, verdanken wir dem Kommentar eines US-Fans: “If Bush died, Cheney would be president. And that would be truly scary.



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  • vomdreier 11.06.2004 | 17:39:35

    a world full of disappointing stars, finally

  • buenaventura 11.06.2004 | 17:56:36
    hashomer
    das ist ja mal ne ordentliche
    nicht-news. alle kommentare,
    die ich so aus ami-land zum
    tode von reagan gehoert habe,
    gingen auch eher in die
    richtung von "too little, too
    late". and margaret thatcher,
    you're next.

  • vomdreier 11.06.2004 | 18:05:28

    also allzu lange gibt's den quatsch nicht mehr, soviel scheint doch wirklich sicher. in 8 jahren ist das lange gegessen.

  • anysing 11.06.2004 | 20:45:31

    ..mein güte, jetzt packt mal den lehrer wieder in die tasche.

  • buenaventura 11.06.2004 | 21:22:56
    hashomer
    genau.

  • User: UweB
  • UweB 12.06.2004 | 00:54:49

    war der blasefreudige Clinton wirklich ein Highlight.
    Aber in Deutschland naht auch die nächste Finsternis ab 2006 in Form von Merkel, Pflüger, Böhr, Hintze und Co.
    OH GRAUS, da gibts wieder Volksverdummung. Also besser nicht zu früh "freuen" (ich weiß klingt auch leicht lehrerhaft ;-) .

  • User: Alder
  • Alder 13.06.2004 | 08:52:50

    Co-sign. Alles in allem ein grauenerregender Artikel. Die News-Ticker sind ja meist schon nahezu unlesbar, aber das hier ist ein neuer Tiefpunkt. "Obskure US-Bundesstaaten". Wie ignorant muss man sein.

  • User: Reverend
  • Reverend 13.06.2004 | 12:36:26
    war immer aufrichtig
    Was bedeutet eigentlich "versauern" in diesem Zusammenhang? Meinte der lustige Clown Bratislav Blum hier vielleicht "verärgern"?

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