Tomte live

Das typische Tomte-Singles-Publikum

12.03.2003, 09:03, Text: Daniel Decker, Daniel Decker

9.3., Undergound Köln. Soso, wieder Tomte. Die waren doch erst vor kurzem mit der Panzertour auf einem Zwischenstopp in Köln und worum geht es diesmal? Die neue Platte will promotet werden. Ganz einfach. Die kommt nämlich am 28. April und heißt \"Hinter all diesen Fenstern\". Grund genug für Thees Uhlmann und Co die Gitarren zu schultern, sich noch das New Wunderkind of Indie-Gitarre Roman Fischer für das Vorprogramm unter den Arm zu krallen und loszuziehen.
Letzteren verpasse ich dann auch prompt, aber pünktlich zum Konzertbeginn von Tomte stehe ich auf der Matte. Ergänzt durch Dennis an der Gitarre spielt man ein Potpouri der bisher erschienen Platten und von neuen Songs, bei denen die Mitsingkraft des Publikums äußert irritierend ist.

Internet macht es möglich? Oder habe ich das Textblatt am Eingang wegen des Zuspätkommens nur nicht mehr bekommen? Überhaupt sitzt jede Zeile und man wünscht sich, dass sich doch der ein oder andere Spruch auf Buttons, T-Shirts oder anderen Merchandiseartikeln für den gestressten Geldbeutel wieder findet. Herr Uhlmann scheint nicht beunruhigt, dass die Hälfte des Publikums die neuen Texte schon kann und spielt froh durch das Programm. Manche Lieder werden von ihm als Hits für das \"typische Tomte-Singles-Publikum\" angepriesen, ein andermal wird beklagt, dass man zu ihm gekommen sei, statt zu Oasis. Die Singles nehmen es so, wie es gemeint ist, mit Humor, und applaudieren brav, wenn Thees es schafft, dass die Gitarre auch Töne von sich gibt.
Hit für Hit hangelt man sich zum Ende hin und Höhepunkt ist die neue Single \"Schreit den Namen meiner Mutter\". Am Ende gibt es noch zwei obligatorische Zugaben inkl. \"Korn und Sprite\". Ein Rockkonzert wie man es sich öfter wünscht. Statt zu Pogen, wo schon der Lokalanzeiger meiner Stadt irrtümlicherweise behauptete, dass dies kein Tanz sei, hüpft man auf der Stelle und lächelt lieber seinen Nachbarn an, anstatt ihm den Ellebogen in die Rippen zu rammen. Ein solches Publikum sollte jede Band haben und vielleicht hat sich ja auch für einige was mit dem Singledasein an diesem Abend getan und man kann nächstes mal beim \"typischen Oasis-Pärchen-Publikum\" dabei sein. Bliebe nur eine Frage: Wie heißt die Mutter von Thees eigentlich?



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