Aufruhr in Philly

Zeitung nach Jam Master Jay-Nachruf boykottiert

08.11.2002, 12:49, Text: Sonja Eismann, Sonja Eismann
[4 Kommentare]

Nach einem Feature über Jam Master Jays Tod in der Zeitung "Philadelphia Metro" herrscht in der dortigen HipHop Community helle Aufregung. Verschiedenste Gruppierungen werfen dem Autor des Artikels rassistische Verhetzung und Bestärkung von Klischees gegenüber Afroamerikanern vor. PhillyHipHop.com ruft jetzt gemeinsam mit the Greater Philadelphia Hip Hop Alliance, Hip Hop Society & Student Community Breakdance Association, the Maryland Hip Hop Alliance, BaltimoreHipHop.com, Tha Blaze, Back 2 Basics: Real Raps TV und weiteren zum Boykott der Zeitung und ihrer Anzeigenkunden auf. Lloyd Williams, ein freier Autor für das Blatt, das laut phillyhiphop.com hauptsächlich von weißen VorortbewohnerInnen auf ihren Pendelfahrten gelesen würde, hatte seinen Artikel zum Tod von Run DMC-DJ Jam Master Jay mit der sehr suggestiven Überschrift "Rappers often killed by their own lifestyle" betitelt.

In seinem zynischen Nachruf beschreibt der Freelancer Rap als ein gewaltverherrlichendes Genre, dessen Essenz Toughness und Gewalt seien, und fragt dann: "Yet I wonder who would even want to wax romantic about the hard knock life of a guy who half expected to go out in a blaze of glory anyway. Yes, I know that he was a pioneer who helped create that cacaphonic genre. And that he was a good rapper, whatever that means. To most law-abiding citizens, talking about a good or bad rapper is like talking about good and bad rapists." Diese diskreditierende Gegenüberstellung von "Rapper" und "Rapist" kann die Community natürlich nicht tolerieren und weist daraufhin, dass der Artikelautor sich nicht mal die Mühe gemacht habe herauszufinden, dass der aus soliden Queenser Verhältnissen stammende Jay nicht Rapper, sondern DJ war. Den kompletten Artikel sowie die Reaktionen könnt ihr hier nachlesen.



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  • User: JohnGalt
  • JohnGalt 08.11.2002 | 14:57:25

    der typ hat se ja nicht mehr alle...

  • User: Daniel Decker
  • Daniel Decker 08.11.2002 | 15:02:38

    ich hab den ganzen artikel mal gelesen, das ist ekelerregend...

  • 11.11.2002 | 12:02:46

    erinnert an die guten alten zeiten,als wir noch böse waren und mütter mit kindern die srassenseite wechselten.Aber mal ehrlich, wenn weisse us-pendlerzeitungs-autoren keine vorurteile gegen rap hätten,würde ich mir mehr sorgen machen.

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