
Eins Live Radiokonzert: The Shining, Doves, Suede
Düsseldorf, Stahlwerk, 25.10.2002
28.10.2002, 15:39, Text:
Ingo Rieser,
Ingo Rieser
[6 Kommentare]
Suede touren zum ersten Mal nach drei Jahren wieder in Deutschland, und zunächst fällt im gut gefüllten (allerdings nicht ganz ausverkauften) Düsseldorfer Stahlwerk ein eklatanter Mangel an Brett-Anderson-Lookalikes auf. Das war mal anders. Im Rahmen des Einslive-Radiokonzerts zunächst aber The Shining: Duncan Baxter, der in der Verve-Nachfolgeband den Platz Richard Ashcrofts’ einnimmt, macht seinen Job perfekt, was aber nur streckenweise darüber hinweg tröstet, dass die Band mit ihrem Album "True Skies" im Vergleich nicht die besten Songs des Abends vorzuweisen hat. Über mangelnde Publikumsbegeisterung können sie sich jedoch nicht beklagen, ebenso wenig wie die britische Band der Stunde, die Doves.
Deren opulente Songs funktionieren auch live, und offensichtlich ist die anwesende Zielgruppe mit dem aktuellen Album "The Last Broadcast" bestens vertraut.
Nach endlosem Umbau dann Suede. Verglichen mit dem androgynen, glamourösen Sexsymbol der Vergangenheit wirkt Brett Anderson zunächst fast unscheinbar. Irgend etwas scheint jedoch an diesem Tag generell nicht richtig gelaufen zu sein: Neil Codling (Keyboard, Gitarre, Backing Vocals) schaut drein, als wäre er mit Gewalt auf die Bühne gezerrt worden. Besonders der Monitorsound auf der Bühne gefällt ihm überhaupt nicht, der verantwortliche Tontechniker sieht sich grandios giftigen Blicken ausgesetzt. Auch der sich sonst so katzengleich bewegende Frontmann ist not amused: die eingangs in Richtung Publikum getretene Wasserflasche lässt sich nur mit wahrer Fantreue als freundliche Geste auffassen. Suede werden trotzdem vom Publikum gefeiert, was Anderson, seinen Gesten richtig interpretiert, jedoch nicht zu reichen scheint.
Älteres Material wie "Electricity", "She’s In Fashion", "Animal Nitrate" werden zwar euphorischer aufgenommen als neue Songs, Grund zur Beschwerde über das Publikum haben Suede aber nicht. Vermutlich hatten sie also einen miserablen Tag. Wahrscheinlich wäre diese technisch ausgezeichnete, aber mit offensichtlichem Widerwillen dargebotene Show bei jeder anderen Band als Frechheit aufzufassen. Nicht so bei Suede. Irgendwie war das Konzert nicht trotzdem, sondern gerade deswegen gut.
Suede spielen übrigens noch zwei mal in diesem Jahr in Deutschland: 19.11. Köln, Live Music und 20.11. München, Babylon, jeweils zusammen mit JJ72. Tickets gibt es hier.
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DogManStar 28.10.2002 | 16:39:01
oh, da hat wieder mal jemand seine hausaufgaben nicht ordentlich gemacht ...
neil codling hat die band krankheitsbedingt im märz 2001 verlassen und wurde durch alex lee (ex-strangelove) ersetzt !!!
tender_hooligan 28.10.2002 | 17:00:12
oh, not until the next time...
hey DogManStar, wenn du zeit gehabt hättest, hätte dass dein lieblings-gig werden können. brett & co. scheinen ja richtig böse und mies drauf gewesen zu sein. okey, natürlich nur fast so schlecht gelaunt wie in hh... hihi.
DogManStar 29.10.2002 | 12:08:40
mr. klugscheisser hat gesprochen ... hoho.
tender_hooligan 29.10.2002 | 13:11:15
oh, not until the next time...
ist das jetzt selbstironie zwecks suede-halbwissen?
muss echt unschön sein, wenn man nie was vom sonnenschein abkriegt. und dann nur fäkalvokabular um die ohren gekriegt hat...
DogManStar 29.10.2002 | 14:02:07
P.H.
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