
Michael Karoli ist tot
Der Gitarrist, der mit Can zur Legende wurde
20.11.2001, 16:59, Text:
Stephan Ossenkopp,
Stephan Ossenkopp
[47 Kommentare]
Der 1948 in Straubing geborene Gitarrist und Violinist/Cellist Michael Karoli, der vor allem durch seine Zusammenarbeit mit der Kölner Rockband (The) Can bekannt wurde, ist tot. Karoli traf 1966 als Schüler auf den Musik-Akademie Absolventen Holger Czukay, der die Klasse lehrte, in der auch Karoli saß. Czukay sagt über Karoli, dass sie kein Lehrer-Schüler Verhältnis führten, sondern eher voneinander lernten, was schließlich in eine dauerhafte Zusammenarbeit mündete.
Gründungsmitglieder von The Can waren außer Karoli und Czukay noch Irmin Schmidt, der mit Czukay Studien im Kölner Studio für elektronische Musik unter der Leitung von Komponist Karl-Heinz Stockhausen absolvierte, dann noch der Amerikanische Komponisten David Johnson (stieg aber aus, bevor es zu Aufnahmen kam) und der Schlagzeuger Jaki Liebezeit.
Anfang der Siebziger Jahre sorgten The Can (später einfach nur Can) mit ungehörten, experimentellen und improvisatorischen Alben und Live-Gigs für Aufsehen. Vor allem in England fand ihr "Krautrock" (so die britische Wortprägung für unkategorisierbare Klänge solcher deutscher Bands) eine große Fangemeinde. Hierzulande kochten sie aus dem Untergrund hervor, als ihre Single "Spoon" als Krimi-Titelsong zur Prime Television Time lief. Unmittelbar danach ging "Spoon" 300.000 mal über den Ladentisch und machte Can schlagartig bekannt.
Michael Karoli wirkte an Cans Hauptwerken wie "Monster Movie", "Tago Mago" und "Ege Bamyasi" mit. Er komponierte und produzierte von 1987-89 gemeinsam mit Czukay das Can-Album "Rite Time" und nahm 1984 ein Solowerk namens "Deluge" auf. Czukay kontaktiert Karoli zuletzt vor wenigen Wochen, um ein Videointerview zu ihrer gemeinsamen Musiker-Historie zu vereinbaren. Dazu kam es leider nicht mehr. Karoli starb am Samstag 53-jährig in Essen.
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babsie 20.11.2001 | 18:21:20
ich bin nicht kerstin grether.
Diese Meldung geht mir nah. Ciao Michael Karoli. Mach es besser!
spassterrorist 20.11.2001 | 18:43:37
Köln trauert. Huldigung morgen von maggot.
babsie 20.11.2001 | 18:59:10
ich bin nicht kerstin grether.
hat köln die eier und setzt einen trauertag an? daran werde ich nun die grösse kölns messen müssen.
po 20.11.2001 | 19:07:30
r.i.p.
spassterrorist 20.11.2001 | 23:12:59
Das bleibt hier auf der 1
spectorette 20.11.2001 | 23:16:43
spassterrorist 20.11.2001 | 23:20:10
Mas 20.11.2001 | 23:22:19
”Thank you very many.“
spassterrorist 20.11.2001 | 23:29:02
1966
skyeyeliner 21.11.2001 | 00:16:07
bart_wuchs_lang_sam 21.11.2001 | 00:25:21
*trauertief*
wie das?
*singswansong*
very_british 21.11.2001 | 00:36:53
taken too young
Bleib auf der Eins... Tu's einfach.
spassterrorist 21.11.2001 | 09:55:04
Stitch 21.11.2001 | 10:01:50
neoliberaler Verschwo:rer
bye bye, michael. you doo right werd ich niemals vergessen...und danke für tago mago...!
Maggotbrain 21.11.2001 | 10:31:52
bitter, bitter, bitter
die guten gehen immer viel zu früh...
dieser verlust ist in worten nicht auszudrücken...
Die Bedeutung der Kombo CAN für Köln und die dt. Rockmusik (Schublade muss jetzt mal sein, aber jeder der CANner ist, wird natürlich wissen, daß man CAN in keine Schublade stecken kann!!!) kann gar nicht hoch genug gewertet werden ...
Michael Karoli hatte als Gitarrist einen einzigartigen Stil und hat sicherlich Legionen von Gitarristen beeinflusst!!! (Mich eingeschlossen...) Seine Maxime war es nie die
gleiche Notenfolge (Riff) zu wiederholen und sich im Grunde ständig neu zu erfinden.
Ein heufiges Missverständnis CAN betreffend, ist die Annahme die CAN-Musik sei ausschliesslich aus der Improvisation entstanden. Dies ist falsch, da CAN quasi on the spot komponierte WÄHREND dem Improvisieren. Dies erklärt auch, warum die meisten CAN-Sachen unglaublich spontan und dennoch strukturiert klingen. Michael Karoli hat zum Glück nicht wie die meisten anderen Gitarristen abgespackt, sondern hat wie die anderen in der Gruppe zum Gesamtwerk beigetragen...
O.k. genug Historie...
Listen to the music...
Die Essenz:
Monstermovie
Delay 1968
Soundtracks
Tago Mago
Ege Bamyasi
Future Days
Unlimited Edition
...diese neuen live-aufnahmen...
...
der Rest nur für die Hardcore-Fans zu empfehlen...
ich trauere wohl noch ein weilchen...
versuche es aber irgendwie positiv zu sehen...
in unserer westlichen gesellschaft wird der tod eh immer als etwas negatives gesehen, wohingegen er in anderen ländern sogar gefeiert wird...
was auch immer...
see ya later, Michael...
szia
maggot, CAN CLONE COMMANDER
Maggotbrain 21.11.2001 | 10:48:05
one love
otic 21.11.2001 | 11:29:27
You can call me John!
Hat wer von euch das Vergnügen gehabt, einen oder mehrere CAN Mitglieder live zu sehen?
Mahal 21.11.2001 | 13:47:38
Hat wer von euch das Vergnügen gehabt,
einen oder mehrere CAN Mitglieder live zu
sehen?
Yep, vor ein paar Jahren waren sie mit ihren Soloprojekten zusammen auf Tour, sind dabei ca. 400m von meiner Wohnung weg im Osnabrücker Schloßinnenhof aufgetreten. War ziemlich klasse.
Maggotbrain 21.11.2001 | 14:21:01
@ otic
CAN Solo Projects Event im Paladium, Club off Chaos (Jaki Liebezeit) oft, Holger Czukaj vs. Dr.Walker at Electro Bunker Cologne...
szia
maggot, COLOGNE CAN CREATURE
Maggotbrain 21.11.2001 | 14:31:32
nr1
Maggotbrain 21.11.2001 | 14:58:00
Numero Uno
Maggotbrain 21.11.2001 | 15:15:18
1
Maggotbrain 21.11.2001 | 15:38:26
top
Maggotbrain 21.11.2001 | 15:51:57
up, up and away
Maggotbrain 21.11.2001 | 16:27:49
oben
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