Napster bleibt weiterhin online

Einweilige Verfügung tritt nicht in Kraft

31.07.2000, 17:38, Text: Autor unbekannt

Der gute Abendkrimi ist ein Gähner verglichen mit dem heissen Hin und Her um die MP3-Börse Napster. Nachdem ein amerikanisches Bundesgericht in der vergangenen Woche beschlossen hatte, dass Napster am Samstag per einstweiliger Verfügung offline gegangen wird, erreichte die Softwarefirma in letzter Minute einen Aufschub. Ein weiteres Gericht gab Napster bis zum 18. August die Möglichkeit, sich schriftlich zu den Vorwürfen zu äussern. Die RIAA (Recording Industry Association of America) kann danach bis zum 8. September Argumente für die Schliessung des Forums einreichen. Eine endgültige Entscheidung wird voraussichtlich erst Mitte September fallen.
Durch die unfreiwillige Promotion-Massnahme stiegen die Besucherzahlen der Napster-Seite Ende letzter Woche um das Vier- bis Fünffache, was ihr den grössten Ansturm in der Geschichte der Firma bescherte.
Die Entscheidung, Napster stillzulegen, hatte zu regen Diskussionen und heftigen Protesten geführt.

Die Betreiber der Site hatten zum Boykott der Künstler - u.a. Metallica - aufgerufen, die sich für die Schliessung der Site einsetzen. Auf der anderen Seite solidarisierten sich Musiker mit Napster: Chuck D. von Public Enemy, Limp Bizkit, Radiohead etc.



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