Beastie Boys

Exklusiv: Das ganze Interview

22.07.2007, 10:00, Text: Heiko Behr

Ein Interview mit den Beastie Boys. Jackpot, denkt man da. Aber: es wird ein Roundtable mit vier Journalisten, wir haben eine Viertelstunde. Und wir sitzen in der Küche des Kölner E-Werks, eine halbe Stunde vor ihrem Auftritt. Hier also die Chronologie eines versuchten Gesprächs. Die Fragen gehen zu etwa gleichen Teilen auf die Konten von uns vier hilflosen Journalisten.

Adrock: Sorry, wir sind gerade erst angekommen mit dem Bus. Wir sind ein bisschen müde.

Ihr habt ja schon die ersten Erfahrungen mit euren \"Exclusive Instrumental Shows\" gemacht - also keine Rapperei?
Adrock: Ach, eigentlich ist das kein großer Unterschied für uns. Hin und wieder rappen wir übrigens trotzdem.

Achso, also rappt ihr heute auch?
Adrock: Ein bisschen. Vielleicht. Könnte sein. Ein bisschen. Ja, vielleicht. Wir machen das eigentlich, um etwas freier zu sein, einfach auf alle Alben zurückgreifen zu können. Das macht es für uns interessanter.
MCA: Hey, wir sind die Band, wir können das doch einfach machen.

Wie hat das deutsche Publikum denn darauf reagiert? Ihr ward ja schon in Berlin…
Adrock: Fantastisch. Das war super. Aber eigentlich ist das doch eine falsche Bezeichnung, es sind ja keine Instrumental-Shows, die wir machen. So als ob wir keine Vocals machen würden. Eigentlich geht es darum, eine Show rund um die Instrumente und nicht rund um die Turntables auf die Beine zu stellen.
Mike D: Momentan gibt es ja einige Kontroversen um uns. Dass wir Lügner sind, weil wir unsere Shows so nennen. Und wir sind eben auch Lügner. Es ist cool, dass wir so geoutet wurden. Ich fühle mich gut als Lügner.


Könnte das die Leute nicht abschrecken, dass ihr keine Hits spielt?
Adrock: Wir spielen ja die Hits. Aber wir haben Angst davor. Wir weinen uns in den Schlaf.
Mike D: Wir sind wie die Post. Ob Regen oder Schnee fällt, wir kommen auf jeden Fall.
Adrock: Moment mal. Auch bei einem Meter Schnee willst du spielen?
Mike D: Absolut.

Ihr hattet ja einigen Ärger in Griechenland. Da gab es Schlägereien angeblich.
Adrock: Das stimmt. Wir haben das gar nicht so mitgekriegt. Erst als es hieß, unser Backstageraum brennt, da haben wir beschlossen zu gehen. Das war wohl ein guter Zeitpunkt.
Mike D: Das hätte eine eigene Show werden können. Die Leute hätten zahlen können, um die prügelnden Zuschauer zu sehen. Das gab´s doch vor vielen Jahrhunderten schon mal…
MCA: Wir sind einfach froh, dass niemandem ernsthaft was passiert ist. Wir haben nur gehört, dass einem von Underworld was passiert ist. Er war in der Umkleidekabine, als sie die Fenster einschmissen. Ein Stück Glas schnitt ihn im Gesicht.

Zurück zur heutigen Show. Gibt es Dinge, die ihr bei Auftritten unbedingt backstage haben wollt?
MCA: Ich mag Wasser. Wasser ist extrem wichtig. Salz ist auch toll. Ja, Salz ist toll.
Mike D: Früchte sind auch essentiell für uns als Band.
Adrock: Ja, man kann Zitronensaft auf seine Verletzungen spritzen. Das soll ja sehr helfen.
Mike D: Wir sehen uns gerne als Schiff, also unsere Band.

Und du bist der Kapitän?
Mike D: Ich kleide mich gern wie der Kapitän.
Adrock: Du siehst aber auch nur aus wie jemand, der sich wie ein Kapitän kleidet. So wie ein Maskottchen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein reines Instrumental-Album aufzunehmen?
Adrock: Das war Yauchs Idee. Wir haben im Sommer angefangen aufzunehmen, eben mit Instrumenten. Und dann hatten wir einfach keine andere Idee, was wir damit machen sollten.

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