!!!

Exklusiv: Das ganze Interview

28.02.2007, 20:00, Text: Klaus Walter
[8 Kommentare]

Intro-Autor Klaus Walter traf John Pugh von !!! zum Gespräch in New York. Hier das ganze, ungekürzte Interview.

Wie seid Ihr zur Tanzmusik gekommen?
John Pugh: Als wir uns entschieden haben, Tanzmusik zu machen, da benutzten wir keine Elektronik, keine Sequenzer. Also wenn auf der Bühne etwas passieren sollte, dann mußten wir das schon spielen. Wir wollten aber kein Funk-Ensemble sein wie Parliament, wo jeder sein Ding macht, der Gitarrist sein Solo, der Drummer sein Solo. Wir lieben Parliament, und sie sind die Besten in dem was sie tun. Aber wir machen Dance-Music, die nicht so straight ahead ist. Wir wollen das was wir in der Punkszene gelernt haben nutzen um Funk zu spielen. In der Punkszene gibt es eine große Freiheit. Für uns in den 90ern gan es viele Barrieren und Grenzen

Von wem?

Es war ein anderes Klima als in den 80ern und 70ern, sogar den 60ern, da gab es ja auch schon Punk, nur hat ihn niemand so genannt…die 90er waren eine Reaktion auf den 80er-Punk, der war ziemlich gewalttätig, macho und in geweisser weise sarkastisch. Als Reaktion darauf wurde es in den 90ern sehr aufrichtig und ernsthaft, man hatte nicht mehr so eine Angst mit seiner femininen Seite in Kontakt zu treten es gab die Riot Grrl Bewegung, die groß war, speziell wo ich aufgewachsen bin…


Wo?
In Little Rock, Arkansas…

...da gab´s ein Riot Grrl-Movement??
Jaja, naja, vielleicht kein Movement, die Leute sind nicht auf die Straße gegangen und haben Häuser niedergebrannt. Aber diese Smalltown-Szenen…in den 80ern war Punk vor allem ein Jungssport, du springst in den Pit und prügelst dich und hast eine gute Zeit. Nicht dass das in den 90ern so grundlegend anders gewesen wäre, aber die Riot Grrl-Bewegung hat das geöffnet und auch Aufmerksamkeit geschaffen für die Tatsache, dass es in der Geschichte von Punk immer tolle Frauen gab, die Grenzen überschritten haben, vor denen Jungs eher Angst hatten. Bands wie die Slits, über die zu ihrer Zeit die meisten nur gelacht haben, die können nicht spielen, die kriegen ihren Kram nicht auf die Reihe…und heute stehen sie da als eine der legendären und einflußreichen Bands.

Wann hast du angefangen, Bands wie die Slits wahrzunehmen, du dürftest ja zu jung sein, um sie damals wahrgenommen zu haben?
Ich habe die später entdeckt über Gruppen wie Bikini Kill oder Scissor Sisters, wenn man die heute hört, dann klingendie nicht besonders avantgardistisch aber gemessen an den 90ern, da mußte jede Band klingen wie Fugazi.
Ich bin aufgewachsen mit Oldies und Motown-Soul, als dann das bombastische Hardcore- und Emo-Zeug aufkam da konnte ich das nicht ernst nehmen, klang für mich wie Hair-Metal, Guys mit riesigen Amps die versuchen sich gegenseitig auszustechen.

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  • User: elfie ömmel
  • elfie ömmel 01.03.2007 | 17:42:25

    jawohl! ein guter zug für die alte redaktion der spex! fein intro! ;)

  • User: Schlüter Zwei
  • Schlüter Zwei 01.03.2007 | 20:10:35

    wie meinst du das? bzw was meinst du?

  • User: Nie_nett
  • Nie_nett 09.03.2007 | 13:48:55

    die spex mal außen vor gelassen: sehr schönes interview, das vielseitige themen streift und dabei eine informationsfülle an den tag legt, die der länge mehr als angemessen ist!

  • User: Frank_Orgel
  • Frank_Orgel 09.03.2007 | 15:44:18
    selling live water
    find ich auch sehr gut, allerdings hätte man vorher gerne nochmal mit dem rechtschreib-hobel drübergehen können...aber auch eher nebensächlich

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