
Web 2.0 und so...
Das eigene Online-Office
24.02.2007, 16:00, Text:
Moritz Sauer
Der Trend geht eindeutig zum virtuellen Netzbüro. Während die Google Apps kontinuierlich Microsoft Office angreifen, begeistern uns auf der anderen Seite des Planeten die Asiaten mit ausgereiften Werkzeugen. Und weil sämtliche Anwendungen über den modernen Browser funktionieren, muss nichts installiert und aktualisiert werden. Das übernehmen die Anbieter.
Mit riesigen Schritten nähern wir uns einem immer perfekter werdenden Read/Write Web. Einem Netz, in welchem man nicht nur liest, hört und sieht, sondern in welchem man schnell, unkompliziert und mit zahlreichen Möglichkeiten selbst publiziert. Stop, noch besser: in einem Netz über welches man gemeinsam kooperiert und kreativ zusammenarbeitet. Die offensichtlichste Variante basiert dabei auf der Wiki-Technik, wie die meisten sie von der Wikipedia kennen.
Aber auch herkömmliche Office-Anwendungen werden zunehmend im Web realisiert. Möglich durch einen schnelleren, weniger intensiven Datenaustausch via AJAX-Technologie, können heute Text- und Tabellenkalkulationen, wie das von Google gekaufte Writely realsiert werden. Noch mehr Office bietet die Datenkrake mit seinen Google Apps, die eindeutig darauf zielen, der Microsoft-Office-Suite den Rang abzulaufen. Aber man muss sich und seine Persönlichkeit bzw. seine persönlichen Daten nicht ganz an den Monopolisten verkaufen. Die Asiaten bieten mit EditGrid eine professionell aufgemachte Tabellenkalkulation, die im Browser wie Excel und Konsorten ausschaut. Bei einigen Techies schlägt angesichts von EditGrid das Herz höher und formiert sie zu Begeisterungrufen.
Gemeinsam sind sämtlichen dieser neuen Web-Anwendungen folgende Vorteile: sie sind kostenlos, benötigen keinerlei Installation und die Anbietern pflegen und bauen die Software kontinuierlich aus. Hässlich und nicht wirklich toll ist dahingegen die Tatsache, dass man sämtliche seiner Daten auf den Servern einer fremden Firma lagert. Außerdem muss der Benutzer natürlich online sein, um auf seine Dokumente zugreifen zu können. Verabschiedet sich der Server oder macht eine gestresste Mittagspause, greift man als Benutzer ins Leere. Das Speichern der Dokumente auf dem eigenen Rechner, wird aber sicherlich auch noch integriert. Spätestens dann, wenn es mehrere dieser Services gibt und eine solche Funktion ein Killer-Argument bilden wird.
Trotz dieser offensichtlichen Nachteile formiert sich hier ein neues Netz, das noch vielfältigere Möglichkeiten bietet gemeinsam an Projekten zu arbeiten, sich über Online-Kalender zu organisieren und Daten auszutauschen, um sich anschließend wieder zu remixen.
Moritz \\\\\"mo.\\\\\" Sauer ist Musikliebhaber und Internet-Addict mit Herz und Seele. Als freier Journalist und Buchautor betreut der Kölner sein eigenes Netzkultur-MP3-Magazin Phlow. Für Intro berichtet mo. regelmäßig über neue Web-Trends.
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