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Web 2.0 und so...

Weblog p.eng: Skurrile Interviewsituationen und mehr

13.03.2009, 11:26, Text: Moritz Sauer

In guten Interviews und Portraits erfährt man wenig über den Journalisten. Lediglich die gestellten Fragen geben Aufschluss über (Un-)Wissen, Können und Interesse des Autoren seinem beäugten und mit Fragen gekneteten Objekt gegenüber. In ihrem Weblog stülpt die Journalistin Petra Engelke diese Interview-Situationen um und berichtet streng, humorvoll oder enthüllend von ihren Erfahrungen mit Interviewpartnern. Unser Kolumnist mo. hat mit ihr darüber gesprochen.


Als Journalist recherchiert, schreibt und berichtet man gewöhnlich über die verschiedensten Themen. Dabei tritt man immer wieder in den Dialog mit Persönlichkeiten, Popstars, Buchautoren und Schauspielern. Portraits und Interviews berichten von diesen Begegnungen zwischen Star und Projektionsfläche. Selten erfährt man in den eigentlichen Artikeln dann etwas über die Situation des Interviews, über schwierige Fragen und verweigerte Antworten. Journalist, der man ist, hält man sich im Hintergrund. Doch was alles so schieflaufen kann, erfährt man nicht. Wie unverschämt sich Interview-Partner manchmal verhalten bleibt genauso unter der Decke wie peinliche Fettnäpfchen, in die man auch mal tritt. Und dann erfährt man auch noch Geheimes, was man doch nicht berichten darf, weil man den Rekorder ausschalten musste.

In ihrem Weblog p.eng flattert die Journalistin Petra Engelke als Beobachter über vergangenen Interviewsituationen. Als Meta-Engel beäugt Sie schräge Situationen und spannende Begegnungen erneut und nimmt sich, als auch den Interviewpartner erneut aufs Korn.

Petra, stell Dich doch kurz einmal vor! Für wen hast Du bereits alles Interviews geführt und Portraits geschrieben?

Ganz vorne nenne ich da am besten Alert und Galore - beides sind reine Interviewmagazine. Außerdem schreibe ich unter anderem für die Financial Times, Visions, kinki, Unicum, hörbar, Zwanzig10 und Heimatdesign (da bin ich auch gleich noch Chefredakteurin).

Wie bist Du auf die Idee zu einem Blog zum Thema Interview gekommen? Veröffentlichst Du hier Geheimnisse, die Du woanders nicht publiziert hast?

Die Idee entspringt zwei Erlebnissen: Erstens gebe ich auch Seminare zum Thema "Interviewtechniken", und da stelle ich immer wieder fest, dass Nachwuchsjournalisten gehörigen Respekt vor Interviews haben - und dass Anekdoten aus meinem Berufsalltag sie weiterbringen. Jetzt mal abgesehen vom Unterhaltungsaspekt: Es geht eben auch immer wieder etwas schief, und daraus lerne ich. Wenn's auch anderen nutzt, warum soll ich das verschweigen? Beispiele - auch gute oder schlechte fertige Wortlaut-Interviews - finde ich wichtig, auch für meine eigene "Weiterbildung".


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